Gabriel Davis könnte in der starken Bills-Offense 2021 explodieren. Gabriel Davis könnte in der starken Bills-Offense 2021 explodieren. IMAGO / Icon SMI

Overtime – Offensive Breakout-Player für 2021

geschrieben/veröffentlicht von/durch  18.05.2021
Im Vorjahr hatten es junge Spieler durch die Bank weg schwer, einen direkten Impact zu hinterlassen. Aufgrund der Corona-Pandemie mit angepassten Trainingscamps, keiner Preseason und ohne Fans gab es weniger Breakouts, als wir es sonst gewohnt sind – „Ausreißer“ wie Josh Allen, Justin Herbert oder Justin Jefferson einmal ausgenommen. Die Saison 2021 könnte deswegen zum Jahr der Breakouts werden.


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Heute werfe ich einen Blick auf meine offensiven Breakout-Player, nächste Woche soll es um die Defense gehen. Alle genannten Spieler haben für mich das Potenzial, am Ende des Jahres zu den Top 10 oder Top 15 ihrer Positionsgruppe zu gehören. Natürlich muss dafür einiges richtig laufen, aber das Potenzial ist in jedem Fall vorhanden. Und damit legen wir mit Spieler Nummer eins los.

Breakout Nr. 1: Gabriel Davis, WR, Buffalo Bills


Die 2020er-Receiver-Klasse galt nicht umsonst als eine der besten seit vielen Jahren. Obwohl Minnesotas Justin Jefferson, San Franciscos Brandon Aiyuk oder auch Pittsburghs Chase Claypool mehr Aufmerksamkeit bekamen, war Davis 2020 mit fast 600 Yards und sieben Touchdowns ein wesentlicher Bestandteil einer aufstrebenden Bills-Offense. Im Playoff-Spiel gegen die Indianapolis Colts zählte Davis zu den besten Spielern auf dem Rasen.

Nach dem Abgang von John „Smokey“ Brown in der Free Agency hat Davis 2021 einen klaren Path zu mehr Targets. Cole Beasley wird weiterhin im Slot spielen, womit als Konkurrent für den zweiten Outside-Receiver-Spot neben Superstar Stefon Diggs nur Emmanuel Sanders bleibt. Ich denke, dass Davis den Veteranen spätestens im Laufe des Jahres im Depth Chart überholen wird. In einer der passlastigsten Offenses der Liga sollte es aber selbst so genug Volumen für den physischen Wideout geben.

Breakout Nr. 2: Darnell Mooney, WR, Chicago Bears


Alles, was ich soeben über Davis gesagt habe, könnte man fast eins zu eins auf Mooney übertragen. Er flog neben den oben erwähnten Rookie-Receivern ebenfalls ein wenig unter dem Radar, aber anders als bei Davis hatte das weniger mit zu viel Konkurrenz zu tun, als vielmehr mit der Quarterback-Situation der Bears. Weder Nick Foles noch Mitchell Trubisky waren 2020 in der Lage, neben Allen Robinson mehr als einen produktiven Receiver zu ermöglichen.

Enter Justin Fields. Auch wenn Head Coach Matt Nagy nicht müde wird, zu betonen, dass Andy Dalton der Starter der Bears ist – für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis der athletischere Fields übernehmen wird. Und bei allen Diskussionen rund um Fields, es gibt wohl kaum zwei Ansichten, dass er ein massives (!) Upgrade zur Foles-Trubisky-Kombi darstellt. Falls die Bears 2021 ihre PS offensiv endlich auf den Rasen bringen, könnte Mooney locker die 1.000-Yard-Marke knacken, so talentiert ist der 23-Jährige.

Breakout Nr. 3: Joe Burrow, QB, Cincinnati Bengals


Burrow hat mich in seiner Rookie-Saison schwer beeindruckt und nur zwei Dinge haben ihn davon abgehalten, bereits im Vorjahr wie Rookie-Kollege Herbert zu den Breakouts der Saison zu gehören: Einerseits spielte Burrow in Cincinnati hinter einer grauenhaften O-Line, die in nur zehn Spielen mit Burrow „under center“ 32 Sacks erlaubte. Andererseits verletzte sich Burrow schwer am Kreuzband – die Verletzung soll spätestens zum Start der Saison aber ausgeheilt sein.

Cincinnati hat die O-Line in der Offseason verstärkt und Burrow mit seinem ehemaligen LSU-Kollegen Ja'Marr Chase eine weitere Waffe hingestellt. Mit einem vollen Waffenarsenal um sich herum erwarte ich 2021 große Dinge von Burrow. In der vielleicht schwersten Division der Liga (Browns, Ravens, Steelers) wird es wohl noch nicht für die Playoffs reichen, aber ein „cakewalk“ werden Spiele gegen Cincy dieses Jahr sicher nicht mehr werden.

Breakout Nr. 4: Laviska Shenault, WR, Jacksonville Jaguars


Der dritte und letzte Wideout auf meiner Liste ist mit Shenault ein weiterer Sophomore, der wie Mooney im Vorjahr vor allem von schwachem Quarterback-Play zurückgehalten wurde. Da Trevor Lawrence nun ein Jaguars-Jersey trägt, sollten diese Zeiten der Vergangenheit angehören. Sollte Lawrence auch nur ansatzweise seinen Vorschusslorbeeren gerecht werden, wird die ganze Jaguars-Offense – im Vorjahr noch die James-Robinson-Show – ein anderes Gesicht zeigen.

Shenault ist mit dem Ball in der Hand eine echte Waffe, hat aber in seiner Rookie-Saison auch in Sachen Route-Running Fortschritte gemacht. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz im Receiving-Corps der Jaguars überschaubar ist. D.J. Chark ist ein weiterer, möglicher Breakout-Kandidat, aber Marvin Jones und Co. sollten Shenault, der sowieso die meiste Zeit im Slot verbringen wird, nicht allzu viele Targets klauen.

Breakout Nr. 5: Dallas Goedert, TE, Philadelphia Eagles


„Ist Goedert wirklich noch ein Breakout-Kandidat?“, mögen sich viele fragen und die Frage ist angesichts einer starken 2020er-Saison durchaus berechtigt. Es gibt aber Hoffnung, dass der talentierte Tight End 2021 einen weiteren Entwicklungsschritt machen kann. Zach Ertz soll nach wie vor getradet oder gecuttet werden, doch selbst wenn Ertz nochmal für ein Jahr zurückkehrt, sollte ihn Goedert als Nr.1-Tight-End ablösen. Die Chancen sind aber hoch, dass Goedert 2021 der einzige relevante Tight End im Roster der Eagles sein wird.

Dass Jalen Hurts nun die Zügel der Eagles-Offense in der Hand hält, ist für Goedert Segen und Fluch zugleich. Einerseits kann Hurts kaum schlechter spielen als Wentz im Vorjahr und der Eagles-Offense vielleicht neues Leben einhauchen. Andererseits hat kaum ein Quarterback in der Liga seine Tight Ends so oft getargeted wie Wentz. Mit Rookie Devonta Smith und Sophomore Jaelon Reagor hat Hurts zudem zwei starke Outside-Optionen zur Verfügung. Dennoch: Ich denke, eine allgemein bessere Offense wird auch Goederts Spiel auf ein neues Level heben und ihm nächste Saison einigen Hype einbringen.

Breakout Nr. 6: Mekhi Becton, OT, New York Jets


Wenn es einen Spieler gab, der bei den New York Jets im Vorjahr trotz einer verkorksten Saison herausstach, dann war es Becton, der schon jetzt einer der besten jungen Tackles in der Liga ist. Der ehemalige Erstrundenpick aus Louisville war 2020 ein Monster im Laufspiel, hatte aber deutliche Schwächen in Pass-Protection. Pro Football Focus chargte ihn mit sieben zugelassenen Sacks und Becton fing sich weitere sieben Strafen ein. Trotzdem ist das Upside für jeden sichtbar, der Bectons Tape anwirft.

Kann Becton sein Pass-Blocking verbessern, ist er ein zukünftiger Pro-Bowler. Was dem 22-Jährigen helfen sollte, ist der Wechsel von Adam Gase zu Robert Saleh auf der Head-Coach-Position und die Verpflichtung von Mike LaFleur als neuem Offensive Coordinator. Unter LaFleur sollte die Jets-Offense 2021 ein ganz anderes Bild zeigen und Becton wird nicht der einzige Spieler sein, der an einer Breakout-Saison schnuppert – gleiches kann ich mir sehr gut für Wideout Denzel Mims oder Zach Wilson vorstellen.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.

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