Kyle Trask soll in Tampa Bay der Nachfolger von Tom Brady werden. Kyle Trask soll in Tampa Bay der Nachfolger von Tom Brady werden. IMAGO / ZUMA Wire

NFL Draft 2021 Day 2 Recap – Ist das der Brady-Erbe?

geschrieben/veröffentlicht von/durch  01.05.2021
Tag 2 des NFL Drafts 2021 liegt hinter uns und der erwartete Run auf die Quarterbacks ist tatsächlich eingetreten. Die Browns zeigen einmal mehr, dass sie derzeit zu den klügsten Franchises der Liga gehören, während die Broncos und Steelers für hochgezogene Augenbrauen sorgen. Was sonst noch an Tag 2 passierte, lest ihr hier bei TOUCHDOWN24.

Lasst den Quarterback-Run beginnen!

Hartnäckig hielten sich die Gerüchte, wonach neben den Top-5-Quarterbacks an Tag 1 noch weitere Signalcaller in die erste Runde hineinrutschen könnten. Das stellte sich letztlich als Ente heraus, doch an Tag 2 kam dann der erwartete Run auf das zweite Tier an Quarterbacks:

  • Kyle Trask: Die Tampa Bay Buccanneers setzten den Run in Bewegung und holten sich an Pick 64 Kyle Trask als zukünftigen Brady-Nachfolger. Für mich ist das ein optimaler Spot für Trask, der körperlich ein wenig an Brady erinnert. Trask hat nicht den besten Arm, aber wirft bereits sehr präzise und hat sich in seiner letzten College-Saison in Sachen Antizipation stark verbessert. Brady wird der ideale Mentor für Trask sein.
  • Kellen Mond: Daraufhin ließen sich die Vikings nicht bitten und holten mit Kellen Mond von Texas A&M nur zwei Picks später das komplette Gegenteil von Trask. Der MVP des Senior-Bowls hat einen Kanonenarm. Stilistisch ist Mond zwar ein Pocket-Quarterback, aber er hat die Mobilität, aus der Pocket auszubrechen und mit seinen Beinen Yards zu kreieren.
  • Davis Mills: Einer der überraschendsten Picks des Drafts kam dann nur einen Pick später, zum Beginn der dritten Runde: Die Texans hatten weder einen Pick in Runde 1 noch in Runde 2 und holten sich mit ihrer ersten Auswahl Stanfords Davis Mills. Ja, Deshaun Watson wird vermutlich nie mehr für die Texans spielen, aber die Texans haben so viele Lücken im Kader, dass die Situation einfach noch nicht reif ist für einen Rookie-QB.


Damit gingen an den ersten drei Tagen des Drafts acht Quarterbacks vom Board – das hat es zuvor noch in keinem Draft gegeben.

Was machen die Broncos und die Steelers?


Bereits Tag 1 der Pittsburgh Steelers und der Denver Broncos standen im Zeichen fragwürdiger Entscheidungen. Die Steelers holten mit Najee Harris zwar zweifellos ein talentierten Runningback, doch gibt die Position den Value an dieser Stelle einfach nicht her. Die Broncos haben, trotz der Verpflichtung von Teddy Bridgewater, ein Riesenproblem auf Quarterback, verzichteten aber auf Justin Fields und Mac Jones, die ihnen an Position 9 dankenswerterweise in den Schoß fielen.

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Die fragwürdigen Entscheidungen setzten sich an Tag 2 fort: Tight End Pat Freiermuth ist ein erstklassiger Spieler und auf vielen Draft-Boards der zweitbeste Tight End, aber auch hier müssen sich die Steelers die Frage nach dem Positional Value gefallen lassen. Die wackelige Offensive Line addressierte das Team von Mike Tomlin dagegen erstmals in Runde 3 mit Kendrick Green. Damit bleiben weiterhin große Fragezeichen auf Center, Tackle und Cornerback.

Denver setzte sogar noch einen drauf und tradete für Runningback Javonte Williams nach oben. Williams ist ein hervorragender Back und ich will nicht wie eine kaputte Standuhr klingen, aber einmal abgesehen vom Positional Value haben die Broncos mit Melvin Gordon bereits einen ähnlichen Power-Back im Kader. Immerhin könnten sich die Picks von Center Quinn Meinerz und dem vielseitigen Linebacker Baron Browning in Runde 3 als Steals entpuppen.

Die NFC West setzt auf die Offensive


Bereits vor dem Draft war die NFC West eine der aufregendsten Divisionen der Liga, daran hat der gestrige Abend wenig geändert. Sowohl die Arizona Cardinals als auch die Seattle Seahawks und Los Angeles Rams statteten ihre Quarterbacks mit neuen Waffen aus. Den größten Steal landeten meiner Meinung nach die Cardinals mit Rondale Moore an 49 – ein kleiner, aber extrem explosiver Wideout, den viele Experten bereits in das Ende der ersten Runde gemockt hatten.

Die Seahawks holten sich mit D'Wayne Eskridge von Western Michigan ebenfalls einen neuen Speedster, der an der Seite von D.K. Metcalf und Tyler Lockett, mit dem Seattle erst neulich verlängerte, den Field-Stretcher spielen soll. Damit sollte auch Russell Wilson zufrieden gestellt worden sein, der sich in der Offseason ja bereits lautstark mehr Hilfe gewünscht hatte.

Angesichts des Receiver-Runs in der eigenen Division ließen sich die Rams nicht zweimal bitten und holten mit Tutu Atwell von Louisville den Prototypen eines Gadget-Spielers. Atwell ist sehr klein und leicht, dafür aber pfeilschnell und mit dem Ball in der Hand eine echte Waffe. Es wird spannend sein, wie ihn Sean McVay in die neue Rams-Offense um Matthew Stafford etabliert.

NFL Draft 2021: Die besten Picks an Tag 2


Das waren meiner Meinung nach die drei besten Picks an Tag 2 des NFL Drafts 2021:

  • Jeremiah Owusu-Koramoah, OLB, Notre Dame, Cleveland Browns: Ok, sind die Browns mittlerweile von der Lachnummer der Liga zum Prototypen einer modernen Franchise geworden? Bereits die Auswahl von Greg Newsome in Runde 1 war phänomenal, mit Owusu-Koramoah holte sich Cleveland in Runde 2 jetzt einen Akteur, der auf fast allen Big Boards in den Top 30 war. Eine fantastische Auswahl für eine Franchise, die mehr und mehr wie ein echter Contender aussieht.
  • Jalen Mayfield, OT, Michigan, Atlanta Falcons: Mayfield kann sowohl als Guard als auch als Tackle spielen, ist erst 20 Jahre alt und hat damit noch ein enormes Entwicklungspotenzial. Er wird ein wenig Zeit benötigen, um zu einem echten Star in der Liga zu reifen, aber das Potenzial ist riesig. Der Value passt auch, da Mayfield auf den meisten Draft-Boards einige Picks früher vom Board gegangen wäre.
  • Azeez Ojulari, OLB, Gerogia, New York Giants: Giants, wer ist euer General Manager und was habt ihr mit Dave Gettleman gemacht? New York hatte nach einem starken ersten Tag auch wieder einen erstklassigen Day 2 und holte sich mit Ojulari einen Speed-Rusher, der in New Yorks 3:4-System aufblühen wird. Ojulari hat sogar gute Coverage-Fähigkeiten und war an Position 50 der Inbegriff eines Steals.

 

NFL Draft 2021 Tag 3: Wer ist noch zu haben?


Tag 2 des NFL Drafts liegt hinter uns und damit tauchen selbst die größten Draft-Nerds unter den NFL-Experten in das Dickicht des dritten Tages ein. Hier gibt es keine sicheren Prospects mehr, aber dennoch liegt noch einiges an Value auf dem Tisch – eine kleine Auswahl:

  • Jaelon Darden, WR, North Texas: Darden ist ein elektrisierender Playmaker mit dem Ball in den Händen und war einer meiner Sleeper vor dem Draft. Er fing fast 1.200 Yards und 20 Touchdowns in der abgelaufenen Spielzeit für North Texas.
  • Amon-Ra St. Brown, WR, USC: Der Deutsch-Amerikaner St. Brown hatte gute Chancen, an Tag 2 vom Board zu gehen und wird seinen Namen am heutigen Abend hören. Er ist einer der besten Route-Runner der diesjährigen Receiver-Klasse.
  • Rashad Weaver, Edge, Pittsburgh: Weaver ließ eine hartnäckige Kreuzband-Verletzung im Jahr 2019 hinter sich und kam in der vergangenen Saison laut Pro Football Focus auf starke 48 Pressures. Er ist einer der besten Values auf dem Board.


Weitere nennenswerte Akteure:
Ar'Darius Washington (S, LSU), Jamar Johnson (S, Indiana), Cade Johnson (WR, South Dakota State)

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.

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