Jamal Adams würde gerne im Trikot der Dallas Cowboys auflaufen. Jamal Adams würde gerne im Trikot der Dallas Cowboys auflaufen. Imago Images / Rich Graessle / Icon Sportswire

New York Jets: Jamal Adams im Spieleparadies

geschrieben/veröffentlicht von/durch  25.06.2020
Wenn ein Kind aus dem Spieleparadies abgeholt werden will, wie es manchmal bei bekannten Möbelhäusern durchgesagt wird, dann liegt das in der Regel daran, dass es ihm an seinem Aufenthaltsort nicht mehr wirklich gefällt. Davon kann auch Jamal Adams ein Lied singen, der keine Lust mehr hat, bei den New York Jets zu bleiben.

Natürlich hinkt dieser Vergleich ein wenig, aber auch nicht so sehr, wie man das auf den ersten Blick vermuten könnte. Denn auch wenn der All Pro Safety längst aus dem Kindesalter heraus ist und die Dimensionen eines jeden Bällebads sprengen würde, so kann man sein Handeln im Moment zumindest in Teilen als überaus kindisch bezeichnen.

Zunächst einmal die Fakten: Die Jets drafteten Adams 2017 mit dem sechsten Pick und seitdem ist er der defensive Anführer der "Gang Green". In den letzten beiden Jahren schaffte er es jeweils in die All Pro Auswahl und gilt als der vielleicht beste Safety der gesamten Liga. Mit 24 Jahren hat der Superstar zudem seinen besten Football noch vor sich.

Das weiß auch: Jamal Adams. Drum will er bereits jetzt eine saftige Vertragsverlängerung, die ihn zu einem der bestbezahlten Verteidiger der NFL macht. Das Problem daran ist nur, dass sein Rookie-Vertrag noch weitere zwei Jahre läuft und die Jets ihm danach sogar noch das Franchise Tag anheften könnten. Heißt im Umkehrschluss, dass New York nicht wirklich die Eile in den Vertragsverhandlungen verspürt wie ihr Star Verteidiger.

Das Image von Jamal Adams bekommt Risse

Nun ist Jamal Adams aber nicht nur auf dem Feld ein ziemlich redseliger und lautstarker Zeitgenosse. Er ließ regelmäßig in den sozialen Medien Dampf ab, unterbreitete den Jets einen offiziellen Trade-Wunsch und machte keinen Hehl daraus, dass er gerne in seiner Heimat Dallas spielen würde. Diese Art der Kommunikation ist für Adams nichts Neues. Seit seinem Rookie-Jahr saß der Finger am Twitter-Abzug ziemlich locker, was allerdings nicht immer mit gründlicher Vorüberlegung einherging.

Besonders in Zeiten, in denen über 40 Millionen Amerikaner arbeitslos sind und das Land in vielerlei Hinsicht schwierige Zeiten durchlebt, treffen solche digitalen Schnellschüsse nicht wirklich den angemessenen Ton. Adams gilt zurecht als ein extrem ehrgeiziger Vollblutprofi, der Football jeden Tag und am Sonntag zweimal lebt. Aber dieses Image bekommt nun bei nicht wenigen Fans ein paar Risse.

Auch die New York Jets sind nicht ganz unschuldig

Besonders gilt das natürlich für die Anhänger der Jets, die mit Adams wohl einen potenziellen Franchise-Player verlieren werden. Der Impact eines Strong Safety auf den Teamerfolg ist, so gut der Spieler auch immer sein mag, letztendlich aber doch begrenzt. Mit Adams konnte New York nur 16 von 48 Spielen gewinnen. Somit ist die Frage, ob ihnen ein saftiges Trade-Paket im Gegenzug für ihren Star nicht mehr weiterhelfen würde, durchaus berechtigt.

Ganz ohne Schuld sind die Jets in dieser ganzen Sache natürlich auch nicht. Wie besagt doch eine alte volkswirtschaftliche Weisheit: Je besser das Arbeitsklima, desto geringer die personelle Fluktuation. Es kommt nicht von ungefähr, dass ein aufstrebender Youngster wie Adams schon früh die Nase von seinem Arbeitgeber voll hat, was unter anderem auch am bisher maßlos überforderten Head Coach Adam Gase liegen soll.

Wie es also aussieht, ist das Tischtuch zwischen Adams und den Jets irreparabel zerschnitten. Und hier passt dann auch der Vergleich mit dem Spieleparadies nicht mehr. Denn ein missmutiges Kind kann man dort eigentlich immer mit einer Kugel Eis glimpflich stimmen...

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