Patrick Mahomes ist unser Favorit auf den MVP-Award für die NFL Saison 2022.
IMAGO / USA TODAY Network

Bevor diese spektakuläre Saison im Super Bowl am 13. Februar ihr Ende findet, stehen vier Tage zuvor noch die NFL Honors an – dort werden die besten Spieler der Saison gefeiert und gekürt. Die wichtigste Trophäe wird ganz zum Schluss vergeben: Der MVP-Titel. Der Award geht seit Jahren ausschließlich an Quarterbacks, da diese schlicht den meisten Wert für ihre Teams haben. Das bedeutet: Der beste QB der Saison wird in aller Regel auch den MVP-Award einheimsen. Wer das für TOUCHDOWN24 in diesem Jahr war, verraten wir euch schon heute.

 

Platz 5: Justin Jefferson, Minnesota Vikings

 

Jefferson war für mich der beste Non-Quarterback in dieser Saison. Der 23-Jährige wurde in seiner dritten Spielzeit einstimmig ins All-Pro-Team der NFL gewählt und führte die Liga in zahlreichen Kategorien wie Yards (1.809), Catches (128) und First-Down-Catches (80) an. Er übertraf in zehn von 17 Spielen die Marke von 100 Yards und führte auch in Advanced-Stats wie Receiving Yards over Expectation (+413 laut NFL Next Gen Stats). All das schaffte er mit einem Quarterback, dessen Efficiency-Metriken unterdurchschnittlich waren (Cousins rankte beispielsweise auf Platz 19 bei EPA/play).

Stat der Saison: Jefferson schafft es konstant, die unmöglichen Dinge wie normal aussehen zu lassen. Laut NFL Next Gen Stats führte Jefferson die Liga in Catches (27) und Yards (629) bei Pässen mit einer Completion-Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 Prozent an.

MVP-Moment: Jeffersons Catch bei 4th and 18 im Spitzenspiel gegen die Buffalo Bills in Week 10 ist für viele der Fang des Jahres. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Bills laut ESPN eine Siegwahrscheinlichkeit von 94 Prozent. Doch Jeffersons Zirkus-Catch war der Anfang einer unglaubliche Aufholjagd der Vikings, die das Spiel in Overtime gewannen.

Platz 4: Josh Allen, Buffalo Bills

 

Allen war zu Beginn der Saison der Frontrunner auf den Award, doch eine Schulterverletzung und seine Tendenz zu Turnovern in der Redzone (sechs, Tiefstwert in der Liga), werden ihm wohl seine erste Auszeichnung kosten. Dennoch spielte Allen hinter einer wackligen Offensive Line einmal mehr ein exzellentes Jahr, auch wenn ihm der letzte Eindruck bei den Votern schaden wird. 2022 schaffte es Allen beispielsweise als erster Quarterback in der Liga-Geschichte, für mindestens 4.000 Yards und 30 Touchdowns zu werfen und zeitgleich 700 Rushing-Yards und sieben Scores am Boden zu holen.

Stat der Saison: Allen beendete die Saison mit 13 Completions mit mindestens 30 Yards Raumgewinn, die meisten ligaweit. Er hatte bei solchen Würfen auch die höchste Completion-Percentage (54,2 Prozent) sowie die zweitmeisten Touchdowns (7) und leistete sich keine einzige Interception.

MVP-Moment: Die Bills revanchierten sich in Week 15 bei den Dolphins für die Niederlage zu Saisonbeginn und rissen die Division an sich. Hauptgrund war die famose Leistung von Allen, der drei seiner vier TD-Pässe in der ersten Halbzeit warf und spät im Spiel mit einem 44-Yard-Run den Deckel drauf machte.

Platz 3: Joe Burrow, Cincinnati Bengals

 

Anders als Allen startete Burrow nach seiner Blinddarmoperation in der Offseason langsam in die Spielzeit, drehte in der zweiten Saisonhälfte aber so richtig auf. Die Bengals gewannen acht Spiele in Folge, woran Burrow mit seiner eiskalten Präzision im Passspiel großen Anteil hatte. Beeindruckend war, wie gut Burrow sein Spiel an die Umstände in Cincy angepasst hat. Er wurde den Ball so schnell wie nie zuvor in seiner Karriere los und konnte damit die Schwächen einer nach wie vor anfälligen O-Line kaschieren. Burrow spielte eine MVP-Saison, doch die beiden Quarterbacks vor ihm waren meiner Meinung nach noch etwas konstanter – daher reicht es „nur“ für Platz drei in unserem Ranking.

Stat der Saison: Einschließlich des verlorenen Championship-Games gegen die Chiefs hat Burrow jetzt in 24 aufeinanderfolgenden Spielen mindestens einen Touchdown geworfen. Wenn man von Konstanz spricht ...

MVP-Moment: Der Burrow-MVP-Train kam so richtig ins Rollen, als die Bengals die Chiefs in Woche 13 schlugen und der 26-Jährige mit 286 Yards, zwei Touchdowns und einer Completion-Percentage von über 80 Prozent seinen Gegenüber Patrick Mahomes alt aussehen ließ.

Platz 2: Jalen Hurts, Philadelphia Eagles

 

Hurts hat vermutlich die beste Geschichte aller MVP-Kandidaten: Vom großen Fragezeichen vor der Saison hin zum tatsächlichen Franchise-Quarterback – und oft sind es solche Aufschwünge, die Voter überzeugen. Seine Fähigkeiten als Dual-Threat gepaart mit seinen starken Statistiken bei Third Down, in der Redzone und im vierten Viertel machen ihn zur härtesten Konkurrenz für Mahomes. Das einzige Manko: Hurts verpasste zwei der letzten drei Spiele verletzungsbedingt. Das könnte bei der einen oder anderen Stimme den Ausschlag für Mahomes geben.

Stat der Saison: Hurts ist so viel mehr als nur ein Runner. Er warf die meisten Touchdowns (10) bei Pässen über 25 Yards und brachte 51,4 Prozent solcher Pässe an den Mann. Seine Completion-Percentage over Expectation von 23,4 Prozent war dabei laut NFL Next Gen Stats der zweithöchste Wert aller Quarterbacks in dieser Saison.

MVP-Moment: In Woche 14 gegen die New York Giants wurde Hurts erst zum vierten Spieler in der Liga-Geschichte, der für mindestens 150 Yards lief und passte. Genauso wichtig für seinen MVP-Case könnten aber seine zwei verpassten Spiele zum Saisonende sein, die zeigten, dass Philly eben doch auf seinen Star-QB angewiesen ist – Hurts also mehr als nur ein Produkt des Systems um ihn herum ist, was vielerorts behauptet wurde.

Platz 1: Patrick Mahomes, Kansas City Chiefs

 

Die Leistungen von Mahomes sind in dieser Saison noch höher zu bewerten, haben die Chiefs vor der Saison doch mit Star-Receiver Tyreek Hill ihre gefährlichste Matchup-Waffe verloren. Das hielt Mahomes aber nicht davon ab, den NFL-Rekord für Yards in einer Saison zu brechen (5.614 Total Yards) und 41 Touchdown-Pässe an den Mann zu bringen. Tatsächlich holte die Chiefs-Offense im Jahr 2022 6,4 Yards pro Play und damit über als ein Yard mehr als 2021 mit Hill. Um es einfach zu machen: Mahomes war in diesem Jahr der beste Spieler auf der mit Abstand wichtigsten Position im Sport und wird sich – wenn es keine großen Wunder gibt – am 09. Februar zweifacher MVP nennen dürfen.

Stat der Saison: Es gibt bei Mahomes nicht DEN einen Stat, er war schlicht der beste Passer der Saison – egal, welche Metriken wir heranziehen wollen. Er hatte das beste QB-Rating (77,7), die meisten Touchdowns (45), das zweitbeste Passer-Rating (105,2), das zweitbeste PFF-Passer-Grade (88,6) und holte zudem die meisten Siege, wobei er sich diesen Stat mit Hurts teilen muss (jeweils 13 Siege). Seine Completion-Percentage von 67,1 Prozent war die beste seiner Karriere.

MVP-Moment: Der ganze Gamefilm von Mahomes ist ein einziger MVP-Moment, doch wenn ich mir ein Play heraussuchen muss, dann war es der Touchdown gegen die Seahawks in Week 16, als er parallel zum Boden lag und das Ei irgendwie mit ausgestreckten Händen über die Goalline bugsierte – es war ein typisches Mahomes-Play, der einer der besten Quarterbacks ist, wenn es darum geht, Dinge außerhalb der Pocket zu kreieren.


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