Ein Trade von Deshaun Watson würde die gesamte NFL-Landschaft erschüttern. Ein Trade von Deshaun Watson würde die gesamte NFL-Landschaft erschüttern. Imago Images / ZUMA Wire / Maria Lysaker

Houston Texans: Wer könnte sich Deshaun Watson angeln?

geschrieben/veröffentlicht von/durch  13.01.2021
Es ist die erste richtige Monster-Nachricht der eigentlich noch gar nicht gestarteten NFL-Offseason: Texans-Star-Quarterback Deshaun Watson soll in Houston die Nase voll haben und gibt sich mehr als unzufrieden mit den jüngsten Aktivitäten seines Noch-Arbeitsgebers. NFL-Insider wie Chris Mortensen bestätigen das derzeit kräftig zerschnittene Tischtuch und die Gerüchteküche um mögliche Trades für Watson brodelt gewaltig!

Derzeit befindet sich der dreifache Pro Bowler zwar noch im Urlaub, aber sobald er zurück in Houston ist steht mit Sicherheit ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen der Texans an. Diese sollen Watsons Input bei der kürzlich beendeten Suche nach einem neuen General Manager ignoriert haben, bevor sie Nick Caserio (12 Jahre Director of Player Personnel bei den Patriots) für die Stelle verpflichteten. Außerdem ärgert Watson, dass der von ihm favorisierte Eric Bieniemy bisher noch kein Interview für den vakanten Trainerposten erhalten hat und sein Arbeitgeber sich oftmals dürftig im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten positionierte. Dass sie über Jahre Watson zu wenig sportliche Unterstützung an die Seite stellten, hilft ebenfalls wenig.

Dass einer der besten jungen Quarterbacks der NFL jedem Team gut zu Gesicht stehen würde, steht außer Frage. Ein wahrscheinlich anstehender Rebuild in Houston macht einen Blockbuster-Deal zudem durchaus möglich. Es wird sich allerdings nicht jedes Team, dass auf der Suche nach einem neuen Signal Caller ist, Watsons Monster-Vertrag (2020 Verlängerung bis 2025 und um 177,5 Millionen US-Dollar) oder den für ihn verlangten Trade-Gegenwert leisten können. Außerdem hätte der 25-Jährige durch eine No-Trade-Clause selbst das letzte Mitspracherecht bei einem potenziellen Wechsel. Bei den folgenden fünf Teams könnte es aber vielleicht passen:

San Francisco 49ers

Die Niners verpassten in dieser NFL-Saison aufgrund etlicher Verletzungen die Playoffs, aber der Kader ist auf dem Papier auf beiden Seiten des Balles enorm stark. Watson ist von seinen Fähigkeiten mindestens ein Regalbrett (wenn nicht zwei) über dem aktuellen Starter Jimmy Garoppolo einzuordnen und könnte genau das Puzzlestück sein, was San Francisco für einen erneuten Super Bowl Push braucht. Watson würde enorm vom starken Laufspiel der Niners profitieren und wüsste zudem eine extrem sattelfeste Defense in seinem Rücken. George Kittle als Safety Blanket ist auch nicht so schlecht.

Durch San Franciscos schon jetzt starken Kader dürften sie sicherlich schneller als manch anderes Team eine Vielzahl an Draft Picks für Watson bieten. Zudem würden sie 23,4 Millionen gegenüber dem Cap sparen, wenn sie den oft angeschlagenen „Jimmy G“ diesen Sommer ziehen lassen. Interessanterweise kennt Texans-GM Caserio Garoppolo auch noch aus gemeinsamen Patriots-Tagen und könnte daher durchaus Interesse an ihm haben.

New England Patriots

Das einjährige Experiment mit Cam Newton als Ersatz für den abgewanderten Tom Brady funktionierte bei den Pariots in etwa so gut, wie Adam Gase als Cheftrainer der New York Jets. Sprich überhaupt nicht. Damit sucht der AFC-East-Serienmeister nach einem neuen Mann für die Quarterback-Position und Bill Belichick hat wahrscheinlich wenig Lust auf einen kompletten Rebuild. Zumal die Pats mit dem 15. Pick im NFL Draft wohl Schwierigkeiten hätten, einen der besten College-QBs zu bekommen.

Für Watson wäre die potenzielle Partnerschaft mit Belichick auf jeden Fall von Interesse und er würde Teil einer Franchise, die vielleicht mehr als jede andere weiß, wie man in der NFL langfristigen Erfolg haben kann. Ein genaues Gegenteil zu dem, was Watson in Houston zuletzt vorfand. Kopfschmerzen könnten ihm dagegen die derzeit höchstens mittelmäßig besetzten Skill Positions in New England bereiten.

Miami Dolphins

Nach den aktuellen Meldungen aus NFL-Kreisen sollen die Dolphins einer von Deshaun Watsons persönlichen Favoriten im Rennen um seine Dienste sein. So heißt es, dass er definitiv offen für einen Wechsel nach South Beach wäre. Interessanterweise besitzen die Dolphins nach dem Wechsel von Laremy Tunsil 2019 den diesjährigen Erstrundenpick der Texans (Nummer Drei Overall) und hätten damit ohne Zweifel einen guten Starter für ein saftiges Trade-Paket.



Youngster Tua Tagovailoa wäre ebenfalls ein interessanter Baustein, den Miami nach dessen durchwachsener Rookie-Saison eventuell für einen NFL-Superstar wie Watson abgeben würde. Die Dolphins machten in der vergangenen Spielzeit mit einer dominanten Defense, einer respektablen Offensive Line sowie erfrischendem Playcalling auf sich aufmerksam. Ein Spieler wie Watson würde die Entwicklung von Brian Flores‘ junger Mannschaft von heute auf morgen rasant beschleunigen.

Washington Football Team

So tapfer sich Taylor Heinicke auch in seinem Playoff-Debüt schlug, so herzergreifend das NFL-Comeback von Alex Smith auch war, das Washington Football Team blickt in der kommenden Saison auf ein riesiges Fragezeichen auf der Quarterback-Position. Dies ist umso ärgerlicher, da sich große Teile des Kaders in der jüngsten Vergangenheit als durchaus konkurrenzfähig erwiesen. Vor allem die gnadenlose Verteidigung hätte so ziemlich jeder Quarterback gerne auf seiner Seite.

Genug Cap Space hätten die Hauptstädter ebenfalls, um Watsons Vertrag zu absorbieren. Die aktuell schwache NFC East sieht er eventuell auch als Chance, relativ zügig in die Postseason zu kommen. Ob die Qualität in der Offensive allerdings genug ist, um ihn von einem Wechsel nach Washington zu überzeugen, steht derweil in den Sternen. Das WFT hat zwar eine Menge Cap Space für den Sommer, doch irgendwann wäre auch dieser ausgeschöpft.

Chicago Bears

Die Bears haben eine toughe Defense, so viel haben sie nicht zuletzt bei ihrem Playoff-Aus gegen die New Orleans Saints vor wenigen Tagen bewiesen, und in der Offensive stehen mit David Montgomery, Allen Robinson (so er denn einen neuen Vertrag bekommt) oder Darnell Mooney auch einige interessante Waffen bei Fuß. Auf der Quarterback-Position hapert es gleichzeitig seit Jahren, auch weil Ex-Erstrundenpick Mitch Trubisky nie wirklich Fuß fassen konnte.

Dass Chicago keine Angst vor großen Deals hat, zeigt der Khalil Mack Trade vor einigen Jahren. Ein Move für Watson wäre ein letzter Versuch, das mit dem damaligen Blockbuster aufgestoßene Fenster zu nutzen. In Sachen potenzieller Ressourcen für einen Trade sieht es allerdings nicht gerade berauschend aus. Weder haben die Bears derzeit genug Cap Space, noch könnte der an vielen Stellen auf Kante genähte Kader wohl die Wechsel von mehreren Leistungsträgern verkraften.

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