HEFT #52

Ausgabe DEZEMBER 2021

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Fantasy Football Waiver Wire Week 1 - Letzte Chance auf Fields?

Justin Fields sollte die Bears eher früher als später als Starter aufs Feld führen. Justin Fields sollte die Bears eher früher als später als Starter aufs Feld führen. IMAGO / ZUMA Wire
Die erste Fantasy-Woche ist „in the books“, wie der US-Amerikaner sagen würde, und es gab bereits einige Überraschungen. Die starken Debüts der Rookie-Receiver Ja'Marr Chase oder Jaylen Waddle beispielsweise, aber auch der komplette Einbruch der gesamten Packers-Offense. Doch egal, ob ihr Woche 1 nun mit einem Sieg oder einer Niederlage verlassen habt, noch ist nichts verloren. Und sich auf den eigenen Lorbeeren ausruhen, geht im Fantasy-Land nur selten gut. Daher findet ihr ab sofort jede Woche hier meine Tipps, wie ihr euer Roster am Waiver Wire am besten verstärkt.



Meine Overall-Pickup-Liste:

1. Elijah Mitchell

2. Tyler Higbee

3. Jameis Winston

Quarterback Waiver Wire Week 1


Jameis Winston, New Orleans Saints, 34 % gerostered


Es ist wieder Jameis-Winston-SZN! Der ehemalige First-Overall-Pick sah in Sean Paytons Offense so stark aus wie seit Jahren nicht mehr. Er warf zwar für weniger als 200 Yards, zeigte sich mit gleich fünf Touchdown-Pässen aber extrem effizient. Ihr könnt davon ausgehen, dass Winstons Yard-Zahlen ebenfalls nach oben gehen, wenn die Saints engere Spiele bestreiten. In dieser Form ist Winston ein wöchentlicher Starter in 12-Team-Ligen und ein Priority-Add diese Woche.


Justin Fields, Chicago Bears, 51,1 % gerostered


Ok, ich schummele hier ein wenig, da Fields bereits in mehr als der Hälfte der NFL-Ligen einen Owner hat – aber dieser Appell geht an alle Leute in den anderen 48,9 Prozent an Ligen: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bears Fields die Zügel für die Offense überlassen. Wie das Ganze dann aussehen könnte, haben wir bereits im Sunday Night Football kurz gesehen. Holt euch Fields bereits jetzt, bevor es bereits nächste Woche zu spät sein könnte.


Tiefe Ligen oder Stash: Taylor Heinicke, 0,1 % rostered


Dieser Tipp geht in erster Linie an Leute, die in sehr tiefen Ligen oder Superflex-Ligen (Ligen mit zwei QB-Spots) spielen. Ryan Fitzpatrick hat sich bereits früh im zweiten Quarter gegen die Chargers verletzt und könnte für einige Wochen ausfallen. Backup Heinicke konnte im Vorjahr in den Playoffs überzeugen und ist zumindest einen Stash wert.

Runningback Waiver Wire Week 1


Elijah Mitchell, San Francisco 49ers, 0,3 % rostered


Kyle Shanahan und seine Runnigbacks – aus Fantasy-Sicht ist das ein nie enden wollendes Drama. Darin hat uns auch Week 1 wieder bestätigt. Zunächst war Rookie Trey Sermon vollkommen überraschend ein „healthy scratch“, dann verletzte sich Raheem Mostert nach nur zwei Carries am Knie – gut, da kann Shanahan zwar wirklich nichts dafür, aber trotzdem. Das war die Möglichkeit für Mitchell, einen guten Eindruck zu hinterlassen und genau das tat er auch – mit 19 Carries für über 100 Yards und einen Touchdown. Sollte Mostert längere Zeit ausfallen, ist Mitchell für mich der wichtigste Add diese Woche.


Mark Ingram II, Houston Texans, 3,4 % rostered

 
26 Carries für 85 Yards und einen Touchdown? Einerseits dürfen Fantasy-Manager solche Zahlen nicht einfach ignorieren, andererseits fühlt sich Ingrams Performance fluky an. Die Texans spielten die gesamte Partie mit ihrem vermutlich größten Punkte-Vorsprung in der Saison und dennoch stand Ingram bei weniger als der Hälfte aller Snaps auf dem Feld - schließlich gibt es ja auch noch David Johnson, Philip Lindsay und Rex Burkhead im gleichen Backfield. Ingram ist ein solider Pickup vom Wire, aber ich habe wenig Vertrauen, dass er diese Leistungen wiederholen wird.

Tiefe Ligen oder Stash: Kenneth Gainwell, 10,4 % rostered


Gainwell spielte am Wochenende 25 Snaps für die Eagles, während Starter Miles Sanders auf 47 Snaps kam. Gainwell (11) kam auch auf weniger Touches als Sanders (19) – es gibt also keine Frage, wer derzeit der Leadback in Philly ist. Dennoch hat Gainwell Boston Scott als Nummer-2-Back überholt und ist angesichts der starken Leistung der Offense um Jalen Hurts ein exzellenter Stash, sollte Sanders zukünftig Zeit verpassen

Wide Receiver Waiver Wire Week 1


Rondale Moore, Arizona Cardinals, 1,5 % rostered


Moore war zwar einer der Cardinals-Receiver, der beim 38:13-Kantersieg über die Titans nicht in die Endzone fand, aber er kam trotzdem auf vier Catches bei fünf Targets für 68 Yards. Und das bei wohlgemerkt nur 20 Snaps! Der Rookie ist ein perfekter Fit mit Kliff Kingsbury und seiner Air-Raid-Offense und sollte in den kommenden Wochen mehr Spielzeit erhalten. Moore ist ein Must-Stash in 12-Team-Ligen und sollte auch in 10-Team-Ligen seinen Platz in vielen Rostern finden.


Christian Kirk, Arizona Cardinals, 2,6 % rostered


Bleiben wir gleich in Arizona, wo Kirk ein weiterer Profiteur der offensiven Explosion von Kyler Murray war. Kirk fing alle seine fünf Targets für 70 Yards und zwei Scores und trifft nächste Woche auf eine Vikings-Secondary, die eben erst gute Punkte an Ja'Marr Chase und Tee Higgins abgab. Kirk wird dieses Jahr immer ein wenig Boom-or-Bust sein, nur dass seine Boom-Tage einen Fantasy-Manager alleine zum Sieg tragen können.


Tiefe Ligen oder Stash: Tim Patrick, 0,3 % rostered


Es ist ein Jammer, dass Jerry Jeudy nach einem starken Saisonauftakt nun erst einmal ein paar Wochen von der Seitenlinie zusehen muss. Erster Nutznießer ist Patrick, der nach Jeudy und Noah Fant die meisten Targets sah und bei seinem Touchdown bereits eine gute Connection mit Teddy Bridgewater bewies. Patrick sollte in tieferen Ligen priorisiert werden und ist selbst in 10-Team-Ligen ein potenzieller Stash.

Tight End Waiver Wire Week 1


Tyler Higbee, Los Angeles Rams, 59,7 % rostered


Higbee spielte am Sonntagabend alle 52 Snaps seiner Rams – alleine das bugsiert ihn im Brachland, das wir Fantasy-Spieler Tight End nennen, in die Top10. Wenn Stafford dann noch wie in Woche 1 den gesamten Offseason-Hype bestätigen kann, ist ein Top-5-Finish am Ende des Jahres im Bereich des Möglichen. Higbee ist ab nächster Woche ein Must-Start in allen Fantasy-Formaten für Owner ohne Kelce, Kittle, Hockenson oder Waller.


Jared Cook, Los Angeles Chargers, 64,5 % rostered


Der Donald-Parham-Breakout wird in diesem Jahr wohl nicht passieren – das zumindest können wir aus dem ersten Auftritt der Chargers schließen, bei dem er nur ein Target erhielt. Stattdessen war es Routinier Cook, der fünf seiner acht Targets für 56 Yards fing. Die Chargers-Offense sieht mit Herbert wie eine der besseren Fantasy-Optionen aus, daher sollte auch Cook in den nächsten Wochen eine solide Start-Option sein.


Tiefe Ligen oder Stash: Tyler Conklin, 0,5 % rostered


Conklin bekam in Abwesenheit des verletzten Irv Smith (Saisonaus) den Start über Neuzugang Chris Herndon und konnte alle seine vier Targets für 41 Yards fangen. Die Situation könnte sich bereits nächste Woche aber wieder ändern, wenn Herndon mehr Zeit hatte, sich an die Vikings-Offense anzupassen. Bis dahin kann Conklin in normalen 10- oder 12-Team-Ligen auf dem Waiver bleiben, in tiefen Ligen ist er aber ein solider Stash.

Defense Watch – Week 2:


Denver Broncos @ Jacksonville Jaguars, 28,8 % rostered


Die Broncos hatten bereits gegen die Giants eine solide Performance und spielen nun gegen ein Jaguars-Team, bei dem sich Trevor Lawrence drei Picks leistete. Die Front um den wiedererstarkten Von Miller (zwei Sacks in Week 1) könnte dem Rookie gut zusetzen, was ein erfolgreiches Rezept für eine starke Fantasy-Leistung sein sollte.


New York Giants @ Washington Football Team, 5,1 % rostered


In tieferen Ligen können Fantasy-Manager den Giants nächste Woche eine Chance geben, wenn die G-Men bereits am Donnerstagabend nach Washington reisen. Ryan Fitzpatrick wird nach seiner Hüftverletzung sicher nicht fit, was bedeutet, dass Taylor Heinicke den Start bekommt – da sollte zumindest eine solide Performance drin sein.

Hinweis: Die Prozentzahlen bezüglich der Ownership beziehen sich auf offizielle Ligen bei NFL.com.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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