HEFT #52

Ausgabe DEZEMBER 2021

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Ranking: Die Beste Position im NFL Draft 2021

Ja'Marr Chase (LSU Tigers) im National Championship Game 2020 Ja'Marr Chase (LSU Tigers) im National Championship Game 2020 Imago Images / ZUMA Wire / John Mersits
Technisch gesehen, haben junge Spieler noch bis zum 1. März Zeit, um sich für den NFL Draft 2021 anzumelden. Allein deshalb werden NFL Teams noch keine Big Boards in Stein gemeißelt in ihren Büros liegen haben. Zusätzlich gibt es in den nächsten Wochen noch viele Interviews und Pro Days, die eine wichtige Rolle im Evaluationsprozess der Talente spielen. Charakter, Athletik, medizinische Checks, all das wird auch die New York Jets erst Anfang April eine Entscheidung treffen lassen, wer für sie der Beste auf der Position des Quarterbacks ist oder ob sie Sam Darnold behalten.

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Ein Ranking der besten Positionsgruppen ist durchaus jetzt schon vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt ist diese Auflistung auch sinnvoll, weil die Free Agency in Kürze ansteht. Entscheidungsträger wollen bewerten, wie leicht sie eine bestimmte Position im Draft adressieren können oder wo sie sich besser auf die Verpflichtung eines erfahrenen Profis verlassen. Denn gibt es im Draft nur zwei bis drei talentierte Spieler auf der gefragten Position, stehen die Chancen schlecht, dass einer davon in aussichtsreicher Position erhältlich ist. Bietet die Draftklasse hingegen große Vielfalt, Talent in der Spitze und in der Breite, muss sich ein General Manager in der Free Agency eher weniger auf einen Bieterwettstreit einlassen und kann entspannt Richtung Draft Ende April blicken. 

11. Tight Ends

Alles in allem bietet die Tight End Klasse wenig besonderes Talent. Kyle Pitts erhält die meiste Aufmerksamkeit und daran wird sich bis zum Draft wahrscheinlich nichts mehr ändern. Seine Teilnahme sorgt zumindest dafür, dass die Klasse sich von der letztjährigen noch dürftigeren Gruppe an Spielern ein wenig absetzt. Die bot nicht einmal ein so großartiges Prospect, dass als Playmaker und Allrounder sehr früh im Draft gezogen wird. 

Die Besten auf ihrer Position sind:

Kyle Pitts / Tight End, Florida

Pat Freiermuth / Tight End, Penn State

Brevin Jordan /Tight End, Miami (FL)

10. Safeties

Wer auf der Suche nach einem Safety ist, sollte ganz genau hinschauen, wer in welchem Schema am ehesten starten könnte. Es gibt ein paar Spieler, die früh gedraftet allerdings allesamt ihr gewisses Risiko für einen Bust mitbringen. Sollten Teams eher Vorsicht genießen, gibt es viele Talente, deren Rolle dafür aber klar definiert sein muss. Es gibt keine athletischen Freaks wie in den Vorjahren, die alles können und es am College bereits bewiesen haben. Dafür ist eine Verstärkung neben einem erfahrenen Allrounder für das NFL Team allerdings sehr gut zu realisieren.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Jevon Holand / Safety, Oregon

Trevon Moehrig / Safety, Washington

Talanoa Hufanga / Safety, USC

9. Runningbacks

Travis Etienne und Najee Harris hätten bereits vor einem Jahr in den NFL Draft gehen können und wären wahrscheinlich beide in den Top 50 ausgewählt worden. Stattdessen kehrten sie für ein weiteres Jahr ans College zurück und arbeiteten an verschiedenen Fähigkeiten zur Weiterentwicklung. So wurde Etienne zum besten ACC-Rusher aller Zeiten (4.952 Yards) und bewies erneut seine Vielseitigkeit im Receiving Game. Gleichzeitig erzielte er in Yards pro Carry allerdings deutlich weniger als noch in den Vorjahren. Sein Mangel an Übersicht kommt gegen Defenses, die ihre Erfahrungen mit ihm gesammelt haben, immer mehr zum Tragen.

Und so wie in seiner letzten Saison gibt es in dieser gesamten Klasse offensichtliche Größen, Talente unter dem Radar und ein paar Schwachstellen. Mit Kenneth Gainwell und Javonte Williams sind da zwei Runningbacks, die sogar vor Najee Harris gezogen werden könnten. Vor allem in der Tiefe fehlt es aber der Position an Qualität im Vergleich zu anderen Jahren.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Najee Harris / Runningback, Alabama

Kenneth Gainwell / Runningback, Memphis

Javonte Williams / Runningback, North Carolina

8. Defensive Line

Wollen Teams sich auf den Positionen der inneren Defensive Line verstärken, müssen sie genau hinschauen. Es gibt nämlich ein Problem mit dieser Positionsgruppe. Für die erste Runde gibt es im Prinzip keinen klaren Frontrunner wie in den Vorjahren. Denn der Großteil der Topspieler benötigt für die NFL eine klar definierte Rolle. Selbst Christian Barmore war an der University of Alabama mehr rotierender Pass Rusher als konstanter Starter. Weiß ein Team aber genau was es braucht, wird es ab dem zweiten Tag sicherlich fündig.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Christian Barmore / Defensive Linemen, Alabama

Levi Onwuzurike / Defensive Linemen, Washington

Jalen Twyman / Defensive Linemen, Pittsburgh

7. Innere Offensive Line

Die Qualität der Positionsgruppe hängt vor allem davon ab, wie viele der Offensive Tackles im Draft eher als künftige Guards angesehen werden. CORONA erschwert hier die Evaluation, da bei vielen Prospects fehlende Measurements und Combine-Werte vor dem Pro Day keine klare Aussagen zulassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gruppe noch geschwächt wird, ist daher vorhanden und von Entscheidungsträgern in der NFL in Betracht zu ziehen. Denn die offensichtlichen Talente, wie ein Quenton Nelson oder Zack Martin sind unter den eindeutigen Guards und Centern derzeit nicht zu finden.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Alijah Vera-Tucker / Innere Offensive Line, USC

Wyatt Davis / Innere Offensive Line, Ohio State

Landon Dickerson / Innere Offensive Line, Alabama

6. Linebacker

Alle Linebacker dieser Klasse bieten ein abwechslungsreiches Profil an Fähigkeiten und Anlagen. Da wären explosive Playmaker genauso zu finden, wie spielintelligente Führungsspieler. Zugegeben, es gibt wenige Stars mit offensichtlichen All-Pro Ambitionen auf der Position, doch spült gerade die Qualität in der Tiefe diese Gruppe so weit nach vorne im Ranking.

Über Micah Parsons schwebt das Damoklesschwert “Offfield Issues”. Dazu mehr, sobald genaueres bekannt wird.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Micah Parsons / Linebacker, Penn State

Jeremiah Owusu-Koramoah / Linebacker, Notre Dame

Zaven Collins / Linebacker, Tulsa

5. Cornerbacks

Alabamas Patrick Surtain II und Virginia Techs’ Caleb Farley führen bereits seit Monaten die Positionsgruppe auf ihrem Weg in Richtung NFL Draft an. Beide könnten aber in der ersten Hälfte der ersten Runde gezogen werden. Was bietet die Klasse danach?

Cornerbacks sollen im besten Fall ihre Seite gegen den Passangriff abschließen und ausbrechende Playmaker nicht über die Außenlinie entwischen lassen. Unter dieses Anforderungsprofil fallen auch weniger auffällige College Corners, die sich in der anschließenden Gruppe Zwei befinden und ab der späten ersten Runde gedraftet werden. Ehrlich gesagt, lassen sich sogar Argumente finden, die Position noch besser zu listen. Daran kann sich also nach den Pro Days eher in positiver Hinsicht noch etwas verändern, weshalb sich NFL Teams berechtigte Hoffnungen machen dürfen, sich im April auf der Position zu verstärken.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Caleb Farley / Cornerback, Virginia Tech

Patrick Surtain II / Cornerback, Alabama

Jaycee Horn / Cornerback, South Carolina

4. Edge

Manche möchten hier nicht zustimmen. Aber die Klasse der Edge Defender schrammt an der Top Drei. Würde es einen Scouting Combine geben, ab nächster Woche sprächen weitaus mehr Analysten über Azeez Ojulari oder Joseph Ossai. So dürfen sich viele Teams noch am zweiten Tag über potente Verstärkungen im Pass Rush freuen, weil die üblichen “Combine-Gewinner” in diesem Jahr ausbleiben. 

Die Gruppe besitzt erstklassiges Talent in der Spitze, einen rohen athletischen Freak und viele Rollenspieler in der Tiefe. Es wird aber interessant zu sehen, wie unterschiedlich dies NFL Teams vor der Free Agency beurteilen.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Kwity Paye / Edge, Michigan

Azeez Ojulari / Edge, Georgia

Gregory Rousseau / Edge, Miami (FL)

3. Quarterbacks

Wenn NFL Teams in den letzten Tagen gefragt werden, welche Quarterbacks für sie vorne liegen, antworten 31 Teams mit Trevor Lawrence und ein Team mit Zach Wilson. An Nummer Zwei sind die Meinungen sehr geteilt. Da werden neben den besagten auch Justin Fields und gelegentlich Trey Lance angeführt. Allesamt haben die vier das Zeug dazu, große Quarterbacks in der NFL zu werden. Die Debatten im inneren Zirkel der Franchises darüber, wer denn nun der richtige für ihr Team sei, werden in den kommenden Wochen heiß laufen.

Doch hinter diesen Talenten sieht es eher mau aus. Mac Jones und Kyle Trask sind für den großen Durchbruch in der heutigen NFL womöglich zu unathletisch. Zumindest scheint die NFL das derzeit so zu sehen. Und von Kellen Mond oder Jamie Newman fehlt bisher jeglicher Beweis dafür, dass sie konstant bei den Profis gute Leistungen abrufen können.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Trevor Lawrence / Quarterback, Clemson

Zach Wilson / Quarterback, BYU

Justin Fields / Quarterback, Ohio State

2. Offensive Tackle

Gleich für mehrere Talente auf der Position des Offensive Tackles lassen sich Argumente finden, denjenigen an erster Stelle seines Rankings zu führen. Neben Penei Sewell macht sich die Konkurrenz allmählich ganz schön breit.

Vielleicht erreicht die Klasse nicht ganz die Qualität von 2020 als in der Spitze unter den ersten 14 Spielern vier Offensive Tackle gedraftet wurden. Doch ist das Potential, sogar am zweiten Tag noch sofortige erstklassige Starter zu ergattern, durchaus vorhanden. Sich auf drei beste Spieler auf dieser Position festzulegen, fällt da gar nicht so leicht und könnte bis zum Draft noch gefühlte zwanzigmal umgeworfen werden.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Penei Sewell / Offensive Tackle, Oregon

Christian Darrisaw / Offensive Tackle, Virginia Tech

Jalen Mayfield / Offensive Tackle, Michigan

1. Wide Receiver

Obwohl DeVonta Smith der erste Wide Receiver seit 30 Jahren ist, der die Heisman Trophy gewonnen hat, ist er nicht die unangefochtene Nummer Eins im Draft auf seiner Position. Dies zur Qualität der Spitze.

Doch Fans der Green Bay Packers und New England Patriots dürfen sich freuen. Nachdem sie letztes Jahr leer ausgingen, verspricht die diesjährige Receiver-Klasse noch mehr Breite und Tiefe als im letzten Jahr. Es besteht die Chance, dass die Zahl von 15 Wide Receivern, die an den ersten beiden Tagen im NFL Draft 2020 ausgewählt wurden, noch einmal geknackt wird. Das ist vielversprechend und verdient berechtigt den ersten Platz in diesem Ranking.

Die Besten auf ihrer Position sind:

Jaylen Waddle / Wide Receiver, Alabama

Ja’Marr Chase / Wide Receiver, LSU

DeVonta Smith / Wide Receiver, Alabama

Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
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