HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Cover Them All: Week 15 in der NFL

Imago Images / Icon SMI / Chris Williams Imago Images / Icon SMI / Chris Williams Die New York Jets vermeiden die dritte 0-16-Season in der NFL-Geschichte - und verbauen sich vielleicht die einmalige Chance auf Trevor Lawrence.
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf Touchdown24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Sonntag ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages. Damit die Woche auch richtig starten kann!

New Orleans Saints 29 Kansas City Chiefs 32

Es war ein NFL-Spitzenspiel, dass sich diesen Namen auf ganzer Linie verdient hat und ja, das Ding würde sich glaube ich jeder nochmal gerne als Super Bowl Matchup angucken. Na ja, vielleicht außer die Fans der anderen Favoriten. Drew Brees (15 von 34 Pässen an den Mann, drei Touchdowns) ist nach der Rückkehr von seiner Verletzung noch etwas rostig, doch auch Pat Mahomes (5,4 Yards pro Pass, drei Scores) hat mit der Saints-Defense alle Hände voll zu tun. Besonders stört ihn Trey Hendrickson (2 Sacks, 5 QB Hits) von der Blind Side, der Left Tackle Eric Fisher regelmäßig schlägt wie ein Kind seine neue Trommel zu Weihnachten. New Orleans hat die Art 4-Man-Rush, die Kansas City Probleme machen kann, Marcus Lattimore ist ein interessantes Matchup für Travis Kelce, ihre Offense hat in fittem Zustand (mit Michael Thomas) genug Power… und doch untermauern die Chiefs ihren Favoritenstatus mit einer weiteren bestandenen Prüfung.

Atlanta Falcons 17 Tampa Bay Buccaneers 31

Als die Bucs zur Halbzeit mit 17 Punkten hinten lagen, wandte sich Tom Brady ganz cool an seine Teamkollegen und meinte: „Da geht noch was!“ Die spielende NFL-Legende erinnert sich nicht nur an ein früheres Super Bowl Comeback mit New England gegen die Atlanta Falcons, er führt seine Bucs in Halbzeit Zwei mit 390 Passing Yards und zwei Touchdowns auch zum wichtigen Auswärtssieg in A-Town. Mike Evans und Antonio Brown bringen es zusammen auf über 200 Receiving Yards (inklusive erstem TD für AB), bei den Falcons fängt Calvin Ridley Bälle für 163 Yards.

Dallas Cowboys 41 San Francisco 49ers 33

Ein Aufeinandertreffen dieser beiden NFL-Traditions-Franchises hat eigentlich ein ganz besonderes Flair. Wenn sich allerdings Nick Mullens und Andy Dalton duellieren, dann weckt das nur wenige Erinnerungen an einstiges Säbelrasseln zwischen Steve Young und Troy Aikman. Munter hin und her geht es trotzdem in diesem Duell zweier Enttäuschter, selbst wenn Dallas sich mit dem Sieg theoretisch Chancen auf die Playoffs bewahrt. Besonders hell scheint CeeDee Lamb, dessen Explosivität sogar spürbar ist, wenn er sich hinter den Ohren kratzt. Gegen die Niners läuft er einen Onside-Kick direkt zum Touchdown zurück, weil… ja warum eigentlich nicht?!



Tennessee Titans 46 Detroit Lions 25

Matthew Stafford fragt sich, warum er eigentlich mit einer Rippenverletzung auf die Zähne beißt, wenn seine eigene Defense eh den Nachmittag frei genommen hat. Der ehemalige NFL-Top-Pick muss mit ansehen, wie seine Verteidigung von den vielseitigen Titans nach allen Regeln der Football-Kunst zerlegt wird. Derrick Henry (147 Rush Yards plus Touchdown) und Ryan Tannehill (145,8 Rating) untermauern ihren Star-Status, Receiver Corey Davis überzeugt ebenfalls mit 110 Receiving Yards inklusive 75-Yard-Bombe.

Indianapolis Colts 27 Houston Texans 20

Die Colts fahren einen mächtig wichtigen Sieg in der AFC South ein und liefern sich weiterhin ein Kopf an Kopf Rennen mit den Tennessee Titans um die Tabellenführung. Houston hat damit schon lange nichts mehr zu tun, wehrt sich aber lange, so wie es sich für einen Divisionsrivalen gehört. Ein verbessertes Colts-Laufspiel (5,5 Yards pro Carry), ein starker Pass Rush um DeForest Buckner (5 Team Sacks), Rodrigo „Hot Rod“ Blankenship und ein abgeklärter Philip Rivers sind letztendlich aber zu viel für Deshaun Watson (373 Passing Yards).

Miami Dolphins 22 New England Patriots 12

Am Samstag beendeten die Buffalo Bills die AFC-Schreckensherrschaft der New England Patriots, einen Tag später zerplatzen auch die restlichen Playoff-Träume von Belichicks Buben. Eine wieder mal unterirdische Offensivleistung reicht wenig überraschend nicht gegen die toughe Dolphins-D, obwohl die mit der halben Practice Squad als Receiving Corps antreten. Bei Tua Tagovailoa ist immer noch sehr viel Stückwerk (nur 145 Passing Yards und eine Interception), doch seine positive Art ist zweifelsohne wichtiger Bestandteil von Miamis guter Saison. Gegen die Pats rettet ihn diesmal allerdings ein überragendes Laufspiel (250 Rush Yards, 6 Yards pro Carry), an der sich zeitweise auch mit beteiligt.



Minnesota Vikings 27 Chicago Bears 33

Die Bears haben anscheinend noch keine Lust auf den NFL-Winterschlaf und mogeln sich heimlich still und leise wieder ins Playoffrennen zurück. Mitch Trubisky sitzt dabei auf dem Fahrersitz, einer seiner Motoren ist Running Back David Montgomery (146 Rush Yards, zwei Touchdowns). Das Wikingerschiff dürfte dagegen wohl den Postseason-Fjord in diesem Jahr verpassen. Dabei hatten Dalvin Cook (132 Rush Yards plus Touchdown) und Justin Jefferson (104 Receiving Yards) alles versucht.

Washington Football Team 15 Seattle Seahawks 20

Wenn Dwayne Haskins den Ball 55 Mal in einem Spiel wirft, dann kann das nichts Gutes für das Washington Football Team bedeuten. Die Tatsache, dass ihnen gegen die Seahawks trotzdem fast ein spätes Comeback gelungen wäre, zeigt, wie sehr die NFL in Zukunft mit dem WFT rechnen muss. Die junge Defense hält Wilson bei 121 Passing Yards und 4,5 Yards pro Pass (!), erlaubt dafür aber 181 Yards auf dem Boden. Die Seahawks lösen mit dem Sieg ihr Postseason-Ticket, wenn da was laufen soll, muss wieder mehr Konstanz her.

Baltimore Ravens 40 Jacksonville Jaguars 14

Alles okay, Ravens, ihr könnt euch morgen beim Christmas Shopping sehen lassen. Baltimore baut auf den verrückten Sieg aus dem NFL Monday Night Game gegen Cleveland auf und lässt den Jaguars-Busfahrer schon im ersten Viertel den Motor anschmeißen. Lamar Jackson ist gelegentlich etwas zerfahren, doch letztendlich für seine Verhältnisse grundsolide. Dez Bryant freut sich über seinen ersten NFL-Touchdown-Catch seit 1106 Tagen und die Defense der Ravens hat auch richtig Spaß. Vor allem Yannick Ngakoue fand es bestimmt spitze, seinem ehemaligen (und zuletzt ungeliebten) Arbeitgeber zwei Sacks einzuschenken. Diese bekamen ihr wichtigstes Geschenk ein paar Stunden später in Form von Nachrichten aus Los Angeles.



Los Angeles Rams 20 New York Jets 23

Man kann Rich Kotite überstehen, man kann Doug Brien versuchen zu vergessen, man hat die Near-Misses unter Rex verkraftet, den Butt-Fumble… Adam Gase… und jetzt können die Jets nicht einmal das Verlieren richtig machen. Ganz egal, ob es nach diesem vollkommen überflüssigen Sieg noch für Jahrhunderttalent Trevor Lawrence reicht oder nicht, man wird auch das verkraften. Irgendwie, so verdammt schwer es auch sein mag. Für die Rams könnte diese Blamage weitreichende Konsequenzen haben, vielleicht über diese Saison hinaus. So etwas verdaut man nicht mal eben so.

Arizona Cardinals 33 Philadelphia Eagles 26

Zwei junge mobile Quarterbacks, zwei eher durchschnittliche Verteidigungen – das ist in der NFL ein gutes Rezept für ein munteres Offensivspektakel. Kyler Murray (406 Passing Yards, drei Touchdown-Pässe) und Jalen Hurts (338 Passing Yards, drei Touchdowns, 63 Rush Yards inklusive Score) unterstützten diese Sichtweise. Hurts macht in Philly vielen Fans Hoffnung, es ist dennoch viel zu früh, um langfristige Schlussfolgerungen zu ziehen. Im Moment aber ist der Wechsel zwischen gutem Intermediate-Passspiel und eingestreuten QB-Runs eine harte Nuss für die Verteidiger. Das könnte sich irgendwann ändern. Wo das sich wohl nicht ändern wird, ist im Fall DeAndre Hopkins, der mit 169 Receiving Yards sowie dem Game Winner im vierten Viertel abermals beweist, warum er eine Menge Kohle verdient.

NFL Sunday Night Game

New York Giants 6 Cleveland Browns 20

Die New York Football Giants sind eines der wenigen Teams, denen es gelingt, Clevelands Rushing Attack mehr oder weniger an die Ketten zu legen (3,5 Yards pro Rush, "nur“
"106 Yards) Genützt hat es aber wenig, denn Baker Mayfield (27 von 32 erfolgreichen Pässen, zwei Touchdowns) wusste genau, wie er mit dieser Situation umzugehen hat. Wer war nochmal dieser OBJ? Clevelands Defense bastelt für ihre Verhältnisse ein kleines Meisterstück zusammen, wenn auch nur gegen den rauchenden Colt McCoy. Man glaubt es kaum, aber die Browns schnuppern immer fester an den Playoffs. Für New York ist Andrew Thomas‘ Leistung gegen Monster-Rusher Myles Garrett einer der wenigen Lichtblicke.

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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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