Tom Brady blickt in der kommenden Woche einem Duell der NFL-Altmeister gegen Drew Brees entgegen. Tom Brady blickt in der kommenden Woche einem Duell der NFL-Altmeister gegen Drew Brees entgegen. Imago Images / UPI Photo / David Tulis

Cover Them All: NFL Wild Card Weekend

geschrieben/veröffentlicht von/durch  11.01.2021
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf Touchdown24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Wochenende ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages – auch in den Playoffs. Damit die Woche auch richtig starten kann!

Buffalo Bills 27 Indianapolis Colts 24

Vorsicht an alle Klapptische, die Bills Mafia hat etwas zu feiern! Nach 25 Jahren haben die Buffalo Bills es wieder geschafft, ein Playoff-Spiel zu gewinnen. Sie machten es im Stile abgezockter Postseason-Veteranen, die sich mit Freude an die Rockzipfel ihres Star-Quarterbacks Josh Allen hängten. Der Pro Bowler mit dem brachialen Arm zeigte all das, womit er die Bills in dieser Saison in die Liga-Elite geschossen hat. Auch mit fleißiger Mithilfe von Lieblingsreceiver Stefon Diggs (128 Receiving Yards plus Touchdown).

Während die Bills reihenweise wichtige Plays machten, leisteten sich die Colts etliche Drops, ein kurzes verschossenes Field Goal und dann auch noch ein paar fragwürdige Entscheidungen durch Head Coach Frank Reich. Dabei machte Indy insgesamt kein schlechtes Spiel, aber oft fehlten die entscheidenden Zentimeter. Für Philip Rivers war es eventuell das letzte Hurra eines ganz starken Typen, dessen Karriere letztendlich alles hatte außer der finalen großen Krönung.

Seattle Seahawks 20 Los Angeles Rams 30

In einem Heimspiel gegen einen Divisionsrivalen zu verlieren, der zunächst mit einem Backup-Quarterback und dann mit einem „neunfingrigen“ Jared Goff antritt, ist eine unglaublich bittere Pille für die Seahawks. Ihre Offensive Line, ihre Run Defense, ihr Quarterback – viele Stellschrauben waren einfach nicht fest genug angezogen. Man sieht sich einigen Fragen gegenüber, unter anderem der nach der Zukunft von Offensive Coordinator Brian Schottenheimer.



Die Rams machten derweil genau das, was sie können. Ihre Defensive Line um Aaron Donald und Leonard Floyd dominierte das Geschehen, ein explosives Backend bestrafte Fehler mit Nachdruck und das Run Game kontrollierte die Uhr. Mit Defense und Physis haben sie von dem, was in den Playoffs traditionell gut funktioniert, eine ganze Menge. Die große Frage für Sean McVay wird sein: Wieviel kann der angeschlagene Jared Goff leisten?

Washington Football Team 23 Tampa Bay Buccaneers 31

Na war doch klar, oder? Tom Brady im Postseason-Duell mit Taylor Heinicke, das kann nur auf eine Art und Weise ausgehen. Den Sieg holten Brady und seine Bucs auch wie erwartet, aber Heinicke machte es ihnen mit dem Mute der Verzweiflung und reihenweise Highlights alles andere als einfach. Letztendlich bedarf es aber dann doch ein bisschen mehr, um jemanden wie Brady an seinem 31. Playoff-Sieg zu hindern.

Eine überragende Defense wäre zum Beispiel etwas gewesen, doch das WFT fehlte es ein wenig an der üblichen Verteidigungsdominanz. Was natürlich auch an den gefühlt 25 Top-Weapons liegt, die Brady zur Verfügung stehen. An diesem Abend besonders gut aufgelegt: Leonard Fournette (4,9 Yards pro Carry) und Mike Evans (119 Receiving Yards).

Tennessee Titans 13 Baltimore Ravens 20

Vieles lief zum Beginn der Partie nach Plan für die Tennessee Titans: Eine frühe Führung, A.J. Brown explodierte auf der Außenbahn und die Defense kontrollierte nervös wirkende Ravens. Dann sah Lamar Jackson eine kleine Lücke im Pass Rush und viel grünes Gras vor sich. Und als ihm die Titans für 48 Yards nachblicken, da war das Ding eigentlich gelaufen und Lamar Jackson trug einen großen Teil zum ersten Playoff-Sieg seiner illustren Karriere bei.

Natürlich folgten noch fast zweieinhalb Viertel Football, doch das Play, was so wohl nur ein Mann in der NFL machen kann, shiftete das gesamte Momentum in Richtung Baltimores. Das Run Game dampfte munter voran und die Defense kontrollierte Star-Runner Derrick Henry (18 Carries, 40 Yards), womit auch Ryan Tannehill seiner wichtigsten Stütze beraubt war. Nach seiner Interception feiern die Ravens auf dem Titans-Logo an der Mittellinie – späte Rache für vergangene Niederlagen und eine ähnliche Aktion in der regulären Saison.

New Orleans Saints 21 Chicago Bears 9

Die Identität der New Orleans Saints hat sich in dieser NFL Spielzeit grundlegend verändert: Sie sind von einem klassischen Dome-Team mit einer lediglich hochexplosiven Offense zu einer Mannschaft mit enormer Balance sowie einer toughen, hartgesottenen Defense geworden. Genau das zeigten sie auch gegen aufopferungsvoll kämpfende Bears, denen genau diese Balance zwischen den verschiedenen Mannschaftsteilen fehlte.



Dass die Saints Drew Brees (und Sean Payton) in der offensiven Schaltzentrale haben, macht letztendlich doch den Unterschied im Vergleich zu Mitch Trubisky. Das Chicago-PR-Team hätte eventuell trotzdem die Berichte über dessen ungewisse Zukunft in der Windy City verhindern sollen, so direkt vor einem wichtigen Playoff-Spiel. Der Arbeitsplatz von Alvin Kamara, frisch zurück aus der Covid-Pause, ist dafür nach 99 Yards und einem Touchdown alles andere als gefährdet.

Pittsburgh Steelers 37 Cleveland Browns 48

Wie heißt es doch gleich… "that’s why they play the games". Während die Cleveland Browns einen beeindruckenden Sieg ohne ihren Head Coach und im Angesicht etlicher Widrigkeiten feiern, schießen sich die Steelers auf monumentale Weise selber in die Füße. Allen voran Ben Roethlisberger, der damit wohl seine große Ära als Gesicht der Steelers-Franchise beenden muss. Obwohl er so eigentlich nicht abtreten kann (vier Interceptions).

Der allererste Snap der Partie war bereits der "Tone Setter", als Center Maurkice Pouncey den Ball über den Kopf seines Quarterbacks lupft und die Browns in der Endzone auf das freie Spielgerät fallen. Mike Tomlin und seine Team waren vollkommen unvorbereitet für diese wichtige Partie und jetzt stehen sie vor den Scherben einer verschenkten Saison. Cleveland dagegen freut sich über die grundsolide Leistung von Baker Mayfield in dessen erstem Playoff-Spiel (263 Passing Yards, 3 Touchdowns, keine Turnover), welche symbolisch für den gesamten Kulturwandel in der Mannschaft steht.

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