Auftakt zu den Training Camps: Star-Spieler begehren auf
NFL
Es ist das alljährliche Spiel. Immer wieder verweigern NFL-Spieler die Teilnahme an der Saisonvorbereitung, um für vorzeitige, neue Verträge zu streiken. In diesem Jahr scheint die Entwicklung aber inflationär.
In den letzten Tagen haben mit Ezekiel Elliott (Dallas Cowboys), Michael Thomas (New Orleans Saints), Melvin Gordon (Los Angeles Chargers) und Yannick Ngakue (Jacksonville Jaguars) gleich mehrere prominente Spieler den Hold Out gewagt. Wie sieht es konkret aus?

Ezekiel Elliott hat noch ein Jahr Vertrag bei den Cowboys, die zudem über die Verlängerungsoption für einen Erstrundenpick für eine weitere Saison verfügen. Theoretisch wäre der 24-Jährige also erst 2021 ohne Vertrag, praktisch will Elliott schon jetzt den Zahltag haben und war nicht mit im Mannschafts-Flugzeug ins Trainingslager.Aus Sicht des Spielers, gerade aus Sicht eines Runningbacks, durchaus verständlich. Keine andere Position leidet körperlich so sehr auf dem Spielfeld, wie ein Runningback. Aus Sicht der NFL-Teams gelten Runningbacks aber auch als am einfachsten ersetzbar. Welch Rattenschwanz ein langfristiger, teurer Vertrag mit sich zeiht, wenn der Körper des Ballträgers nicht mehr so mitspielt, erleben gerade die Los Angeles Rams mit Todd Gurley. Faktisch wird der Aufschwung der Cowboys in den letzten drei Jahren aber vor allem mit Elliott und Quarterback Dak Prescott in Verbindung gebracht. Mit Amari Cooper gibt es zudem einen neuen Wide Receiver mit Star-Potenzial. Die Cowboys werden scharf nachdenken müssen, ob sie die Verträge mit allen drei Spielern teuer verlängern wollen.

Die Situation bei Melvin Gordon und den Los Angeles Chargers ist ähnlich. Auch Gordon ist Runningback und ohne Zweifel einer der offensiven Playmaker der Chargers. Hier allerdings hat Tom Telesco, General Manager der Chargers bereits angekündigt, dass er Gordon gerne halten würde. 2019 spielt der Runningback unter der Fifth-Year-Option und macht vorzeitig Druck, da er nicht vorhat 2020 unter dem Franchise Tag in Los Angeles zu bleiben.

Bei den New Orleans Saints probt derweil Michael Thomas den Hold Out. Der 26-Jährige gehört zu den besten Receivern der Liga, fing in jeder seiner drei Spielzeiten Pässe für mehr als 1000 Yards. Entsprechend wichtig ist Thomas für die Offense und die Playoff-Ambitionen seiner Saints. Da Thomas 2016 nur ein Zweitrundenpick war, geht er in sein letztes Vertragsjahr, in dem er 1,148 Millionen US-Dollar verdienen würde. Thomas hat angekündigt, seinen Hold Out durchzuziehen, bis er einen neuen Vertrag hat. Dieser sollte ihm 18 Millionen im Jahr und mehr bescheren, um auch finanziell in die Wide-Receiver-Spitze der NFL zu gelangen.

Yannick Ngakoue von den Jacksonville Jaguars ist einer der besten Pass Rusher der vergangenen drei Jahre und will ebenfalls so lange streiken, bis er einen langfristigen Vertrag bekommt. 2019 ist auch er in seinem letzten Rookie-Vertragsjahr und würde 2 Millionen US-Dollar verdienen. Sein Blick geht scheinbar in Richtung der Top-Verträge von Frank Clark (Chiefs) und Demarkus Lawrence (Cowboys), die beide lange Verträge mit einem Gesamtvolumen von über 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen haben. Laut NFL Networks boten die Jaguars ihm einen kürzeren Vertrag an, der ihm aber 19 Millionen pro Jahr eingebracht hätte und einen Bonus von 50 Millionen, die in den ersten beiden Jahren fällig geworden wären. Offenbar nicht genug für Ngakoue.

Trent Williams, Left Tackle der Redskins und einer der besten seines Fachs, schwänzt ebenfalls die Vorbereitung. Der 31-Jährige gehört mit einem Jahresverdienst von rund 12 Millionen US-Dollar längst zu den guten Verdienern der Liga. Sein Vertrag läuft noch bis 2020 und trotzdem erwartet Williams, der häufig mit Verletzungen zu kämpfen hat, eine vorzeitige Aufbesserung seines Vertrags. Teuerster Left Tackle der NFL ist Nate Solder von den New York Giants - er verdient 17 Millionen im Jahr, eine Summer, die Williams wohl toppen will. Die Redskins stehen jedenfalls vor einer interessanten Entscheidung, will man mit Dwayne Haskins, dem Rookie-Quarterback schnell Erfolge feiern, sollte man ihm eine bestmögliche Offensive Line zur Verfüfung stellen.



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