Schwer zu stoppen: Runningback Dean Tanwani von den Crocodiles (#27) Schwer zu stoppen: Runningback Dean Tanwani von den Crocodiles (#27) IMAGO / Herbert Bucco

Sofortige Revanche: Monarchs gegen Crocodiles in der Vorschau

geschrieben/veröffentlicht von/durch  10.06.2021
Die Cologne Crocodiles setzten sich im spannendsten Spiel von Woche eins mit 48:41 gegen die Dresden Monarchs durch. In Woche zwei gibt es bereits Revanche (ab 16.30 Uhr, live auf SPORT1). Die Vorschau von TOUCHDOWN24.


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Die Vereine:


Die Dresden Monarchs wurden 1992 gegründet, Der Name des Teams führt auf den Monarchen August des Starken zurück, der ab Ende des 17. Jahrhunderts Herzog von Sachsen war. Auch das Vereinslogo führt auf August zurück, die ineinander verschlungenen Buchstaben zeigen ein "A" und ein "R", was für "August Rex" steht. Seit der Saison 2003 spielen die Monarchs in der GFL und sind in der vergangenen Dekade zu einem festen Bestandteil der Playoffs geworden, die man zuletzt 2011 verpasste. Der größte Erfolg war die Teilnahme im German Bowl 2013, der denkbar knapp mit 34:35 gegen die New Yorker Lions Braunschweig verloren wurde.

Die am 13. März 1980 gegründeten Cologne Crocodiles können immerhin auf eine Meisterschaft zurückblicken. Unter Head Coach Kirk Heidelberg, jetzt ausgerechnet Cheftrainer bei den Cologne Centurions in der European League of Football, wurde German Bowl XXII gegen die Braunschweig Lions mit 31:29 gewonnen. Nach finanziellen Schwierigkeiten musste sich der Verein 2003 aus der German Football League zurückziehen. Die Rückkehr gelang mit dem Aufstieg 2016, seitdem nahm die Mannschaft von Head Coach Patrick Köpper einmal an den Playoffs teil und verpasste die Postseason als Tabellenfünfter zweimal knapp. Herausragend ist vor allem aber auch die Jugendarbeit der Crocodiles, zuletzt holten die jungen Krokodile 2014, 2015 und 2019 den Junior Bowl in die Domstadt und schraubten die Titelsammlung der U19 auf fünf Meistertitel.

Die Teams:


Die Monarchs waren als Geheimfavorit in die Saison gestartet. Head Coach Ulz Däuber zeigte sich vor der Saison vor allem von Quarterback Kyle Carta-Samuels beeindruckt. Der Kader hatte von den regionalen Spielern kaum Abgänge zu verzeichnen, wurde auf den Skill-Positionen aber mit internationalen Spielern neu besetzt. In Woche eins funktionierte das Passspiel gegen die Crocodiles gut, wenngleich US-Receiver Darrell Steward Jr. über weite Strecken von der Kölner Defense abgemeldet wurde und nur vereinzelt sein Können aufblitzen ließ. Auch verbesserungswürdig: Das Laufspiel, über das Dresden nur acht Yards Raumgewinn im gesamten Spiel eroberte. "Wir sind unserer Favoritenrolle nicht gerecht geworden, die Kölner haben eine gute Mannschaft und ihre Aufgabe gut gelöst", konstatiert Däuber vor dem erneuten Aufeinandertreffen zu TOUCHDOWN24, sagt aber auch: "Jetzt haben wir Video-Material und können uns ganz anders vorbereiten. Wir müssen Big Plays verhindern und vor allem deutlich mehr Druck auf den Kölner Quarterback bekommen."

Der Sieg der Crocodiles, die vor allem über eine starke Offense verfügen, über die Monarchs in Woche eins darf insgesamt durchaus als Überraschung bezeichnet werden. Die Kölner, insbesondere auch Head Coach Patrick Köpper hatten nach einigen Abgängen zu den Cologne Centurions den Ball flachgehalten, sich selbst nicht in den Playoffs gesehen. "Auf dem Papier war Dresden Favorit und wird es auch am Samstag wieder sein", sagt Köpper vor dem zweiten Duell auf Nachfrage von TOUCHDOWN24. "Aber in den letzten Wochen ist bei uns das Team gut zusammengewachsen, insbesondere unsere Offensive Line war sehr stabil", sieht Köpper einen Grund für den erfolgreichen Auftakt.

Guys To Watch:


Das Spiel der Monarchs in Köln klappte vor allem durch die Luft. Quarterback Kyle Carta-Samuels machte seine Sache gut, passte für 377 Yards und fünf Touchdowns. Im finalen Drive unterlief ihm aber eine Interception, die vom Kölner Mark Scherenberg zum Crocodiles-Erfolg gefangen wurde. Die Pässe verteilte Carta-Samuels auf etliche Receiver, die alle ihre Höhepunkte im ersten Spiel hatten und auf die es erneut ankommen wird - allen voran Naji El Ali, Radim Kalous und vor allem Darrell Stewart Jr., der in Köln noch zu wenig in Szene gesetzt werden konnte. Ob den Monarchs die Revanche aber glückt, hängt auch davon ab, ob das Laufspiel über Yazan Nasser und David Baum besser funktionieren wird.

Bei den Kölnern überzeugte der neue Quarterback Chris Strong ebenso wie sein Gegenüber. Allerdings konnte sich der US-Import zusätzlich auch auf Unterstützung seiner Runningbacks verlassen, wo die Laufspielzüge gleich auf drei Spieler verteilt wurden. Durch die Luft eroberten die Kölner insgesamt 428 Yards und die Touchdowns verteilten sich auf Markell Castle und Aaron Jackson. Es wäre verwunderlich, würde der erneute Weg zum Sieg nicht wieder über ein erfolgreiches Passspiel auf Castle und Jackson führen. Der Clou hier ist, dass Strong neben dem amerikanischen noch einen britischen Pass besitzt, so dass mit Castle und Jackson zwei US-Receiver gleichzeitig auf dem Platz stehen, was jede GFL-Defense vor Probleme stellt. Aus der starken Offensive Line sticht David "BBQ" Beale hervor, der in der GFL bereits für die Frankfurt Universe und Potsdam Royals auf dem Feld stand und zu den besten Offensive Tackles der Liga gehört. 

Duell/Bilanz in der GFL:


In der GFL treffen die Monarchs und die Crocodiles zum insgesamt zehnten Mal aufeinander. Die Bilanz spricht dabei eindeutig für die Sachsen, die die ersten acht Duelle allesamt für sich entscheiden konnten. Das 48:41 der Kölner am vergangenen Wochenende war das erste GFL-Duell beider Teams, das die Rheinländer gewannen. Bilanz aus Sicht der Monarchs: 8-1-0 (.889)

Prognose:


Wer American Football kennt, der weiß, wie schwer es ist, zweimal in einer Saison einen Gegner auf Augenhöhe zu schlagen. Die Mannschaft von Dresdens Cheftrainer Ulz Däuber brennt auf Wiedergutmachung, dürfte zuhause noch eine Schippe drauflegen und geht trotz der Pleite an Spieltag eins als leichter Favorit ins Spiel. Dabei muss die Offense den Schlüssel zum Erfolg liefern, denn die Defense der Crocodiles ist nach Abgängen zu den Centurions sehr anfällig. Gleichzeitig muss man Mittel finden, um das US-Receiver-Duo der Kölner in seiner Effektivität einzudämmen - damit muss schon Pass Rush beginnen, dann könnte die Revanche gelingen.

Der 2. Spieltag:


12. Juni

Dresden Monarchs vs. Cologne Crocodiles
Saarland Hurricanes vs. Frankfurt Universe
Potsdam Royals vs. Kiel Baltic Hurricanes
Stuttgart Scorpions vs. Marburg Mercenaries
New Yorker Lions Braunschweig vs. Berlin Rebels

13. Juni

Ravensburg Razorbacks vs. Munich Cowboys

*fett gedruckt die Siegtipps unserer Redaktion
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider

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