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Nur auf den ersten Blick eine klare Sache: Royals gegen Cowboys in der Vorschau

Royals-Runningback Jake Mayon war der beste Rusher der gesamten Regular Season. Royals-Runningback Jake Mayon war der beste Rusher der gesamten Regular Season. IMAGO/Beautiful Sports
Alle Viertelfinalduelle in den anstehenden GFL-Playoffs sind mehr oder weniger klar in der Rollenverteilung. Auch das Spiel zwischen den Potsdam Royals und Munich Cowboys am Sonntag (ab 15 Uhr live bei Sport1) fällt in diese Kategorie - allerdings nur auf den ersten Blick.


Potsdam Royals: Auf dem Zahnfleisch zur Playoffpremiere

Nach vier Jahren in der GFL haben die Royals erstmals in ihrer Geschichte die Playoffs erreicht – und das in größtenteils beeindruckender Manier. Bis zwei Spiele vor Ende der Regular Season standen die Brandenburger mit einer 7-1-Bilanz gut dar. Doch die letzten beiden Spiele gegen Braunschweig (20:35) und Dresden (7:63) wurden auch wegen großer Verletzungssorgen verloren. So retteten sich die Potsdamer als Zweiter der Nordstaffel ins vorläufige Ziel.

Die Identität der Royals ist das Laufspiel. Runningback Jake Mayon ist der effizienteste Runner der GFL und legt im Schnitt 157,7 Rushing-Yards pro Spiel auf. 20 Touchdowns über den Lauf und ein Receiving-Touchdown sind Rekordwert in der Liga. 222,3 Rushing-Yards pro Spiel als Team sind einsame Spitze. Darunter leidet logischerweise das Passspiel. Quarterback P.J. Settles macht das Beste aus seinen wenigen Versuchen, stellt aber auch auf dem Boden eine Gefahr als Runner dar. In der Defense ist in allen Units Qualität vorhanden. O.J. Thompson (Sieben Sacks) und Malcolm Ballardini Engstroem (14 Tackles for Loss) geben in der Line den Ton an. Dahinter sind die Linebacker Lukas Ruoss (Acht Tackles for Loss, vier Sacks), sowie die Defensive Backs Maceo Beard (Acht verteidigte Pässe), Abu Daramy-Swaray (Neun), Adam Lary (Acht) und Adehkeem Brown (Fünf) absolute Leistungsträger.

Munich Cowboys: Starke Defense als Lebensversicherung

Erstmals seit 2014 haben sich die Munich Cowboys wieder für die Playoffs qualifiziert. Am letzten Spieltag schlug das Team von Headcoach Antonio Moore die Allgäu Comets 17:7 und sicherte sich damit das Viertelfinalticket. Auch die Saison der Cowboys war von personellen Veränderungen geprägt. Der eigentliche Headcoach Garren Holley wechselte im Juli in die USA. Quarterback Justin Sottilare musste nach sieben Spielen verletzungsbedingt passen. Manuel Engelmann schultert seitdem die Last des Passspiels. Auch Receiver Michiah Quick fehlt dem Team seit längerem. Kai Silbermann war mit 55 Targets der mit Abstand gefragteste Receiver. Konstanz war also ein Fremdwort in Bayern in dieser Saison.

Die Lebensversicherung der Cowboys ist ihre starke Defense. Gerade einmal 11,8 Punkte und 255 gegnerische Yards ließ München in dieser Saison im Schnitt zu. Die Passing-Defense präsentierte sich dabei noch etwas stärker als die Rushing-Defense. Mit 96 Tackles ist Linebacker Ryan Newell eine Maschine in der Front Seven. Lineman Dominik Siegel sammelte neun Sacks und 15 Tackles for Loss. In den meisten Offensivstatistiken belegen die Cowboys Mittelfeldplätze. Aggressiv zeigten sich die Münchner bei Fourth Down. 23-Mal spielten sie diese Situationen aus und waren in 69,6 Prozent der Fälle erfolgreich – effektiver war kein anderes Team. In hervorragender Form befindet sich auch die Offensive-Line, die in der Regular Season nur spitzenmäßige sieben Sacks zuließ.

Spielen Settles und Mayon für Potsdam?

Die große Frage bei beiden Teams lautet, welche Spieler überhaupt fit für das Viertelfinale sein werden. Die Royals-Leistungsträger Mayon und Settles fehlten beispielsweise beim entscheidenden Spiel gegen Dresden um den Titel in der Nordstaffel. Entscheidend wird sein, inwieweit die Cowboys das Laufspiel der Royals mit ihrer starken Defense eindämmen können. Zwingt München Potsdam zum Passen, besteht eine Chance. Angesichts der personellen Fragezeichen bei den Brandenburgern könnte sich das Spiel doch enger gestalten, als auf den ersten Blick zu erwarten ist.

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Sven Schuer

Nach seinem Soziologiestudium in Osnabrück absolvierte Sven Schüer ein Praktikum bei der Neuen Osnabrücker Zeitung und blieb dem Journalismus bis heute treu. Als freier Mitarbeiter berichtet er vom Amateurfußball in und um Osnabrück und begleitet das Footballteam der Osnabrück Tigers seit einigen Jahren. Darüber hinaus schreibt er als freier Autor für verschiedene Online-Magazine und seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

Twitter: @Schueer86
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