HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

Jetzt kaufen

EM-Posse: AFVD gibt Stellungnahme ab

EM-Posse: AFVD gibt Stellungnahme ab
Der deutsche American Football Verband AFVD hat sich in einer öffentlichen Stellungnahme auf seiner Homepage zu den internationalen Vorgängen rund um die EM-Vergabe 2018 geäußert.
Darin fällt von dem Verlust als Standort der Europameisterschaft 2018 zwar kein Wort, doch positioniert sich der AFVD in Richtung des "europäischen Sportmodells". Dieses Modell erfordert laut dem AFVD "organisatorische Disziplin: hinsichtlich der Ausbildung von Trainern, bei der verlässlichen Ausrichtung von Spielbetrieb, bei der Anti-Doping-Politik, bei den ethischen Anforderungen an die Amtsführung der Funktionsträger und bei vielem mehr." Ebenso zählt wohl eine sportliche Qualifikation für internationale Meisterschaften dazu.

Der seit kurzem zuständige Football-Weltverband IFAF mit Sitz in New York favorisiert laut AFVD für internationale Meisterschaften wie einer EM aber das Modell der Einladungsturniere auf profitorientierter Basis.

Das kurzzeitige Zwischenergebnis lautet, dass das Einladungsturnier in Finnland kurzfristig zur offiziellen Europameisterschaft ernannt wurde. Die Auffassung des AFVD scheint zwar löblich, doch steht der mit 63.000 Einzelmitgliedern mit Abstand stärkste Football-Verband Europas auf internationaler Bühne offensichtlich alleine da. Andere starke, europäische Football-Nationen wie Österreich, Frankreich oder Finnland folgen offensichtlich der "neuen" IFAF, wie ihre Teilnahme an der Europameisterschaft auf Einladungsbasis beweist. Ob diese Austragung einen sportlichen Wert hat, wenn der Titelverteidiger aus politischen Gründen nicht dabei ist, darf stark angezweifelt werden, wenngleich das dem neuen Titelträger der EM, die vom 29. Juli bis 4. August in Finnland ausgetragen wird, herzlich egal sein wird.

Welche Auswirkungen das Vorgehen des AFVD um seinen Präsidenten Robert Huber langfristig auf die deutsche Nationalmannschaft hat, kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Aktuell scheinen der deutschen Nationalmannschaft jedenfalls nicht mehr allzu viele Gegner für Länderspiele zur Verfügung zu stehen.

Hier geht es zur Originalmeldung des AFVD.



Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
Nach Oben