HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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EM 2018? Huber weiß von nichts

AFVD Präsident Huber bei der EM-Termin-Präsentation beim BIG6 Finale in Frankfurt 2017 AFVD Präsident Huber bei der EM-Termin-Präsentation beim BIG6 Finale in Frankfurt 2017 Foto: (c) C-Sportpics
AFVD-Präsident Robert Huber hat sich in der Posse um die Europameisterschaft 2018 endlich zu Wort gemeldet - und gibt sich ahnungslos.
"Es ist in Deutschland keiner offiziellen Stelle bekannt, dass es eine American-Football-EM in Finnland gibt. Es gibt keine Mitteilung von irgendeinem internationalem Verband“, sagte Huber auf Ran.de. Der Präsident reagiert damit auf den medialen Druck, der in den vergangenen Wochen aufgrund der Vorkommnisse rund um die Football-Europameisterschaft entstanden ist. Diese hatte ursprünglich in Deutschland stattfinden sollen, wurde aber nach internationalem Machtgerangel innerhalb des Weltverbandes IFAF zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben, ehe ein in diesem Sommer stattfindendes Einladungsturnier in Finnland zur offiziellen Europameisterschaft erklärt worden war. Oder auch nicht, gibt sich der AFVD ahnungslos. "Wie soll der AFVD sich zu etwas öffentlich äußern, von dem wir offiziell nicht mitgeteilt bekommen, dass es das gibt? Wenn sich andere Länder zu einem Wettbewerb treffen, ist das für die Länder grundsätzlich erst einmal eine gute Sache“, rechtfertigt Huber den AFVD.

Gut ist, dass Huber nun endlich einmal Position bezogen hat, die über die kryptisch formulierte Grundsatzerklärung zum europäischen Sportmodell hinausgeht. Das Ergebnis bleibt allerdings unbefriedigend. Auch die IFAF-Präsidentschaft bleibt für den AFVD schleierhaft. Obwohl sich andere Nationen der IFAF in New York unter ihrem Präsidenten Richard McLean angeschlossen haben, gibt sich der AFVD auch hier ahnungslos. „Leider liegt ein Urteil des Court of Arbitration über den rechtmäßigen Präsidenten der IFAF niemandem vor“, erklärt Huber weiter.

Der AFVD habe McLean in einem Schreiben aufgefordert, „darzulegen, woher er seine Legitimation als Präsident ziehe“. Zudem „sei der AFVD mit jedem gesprächsbereit, wenn er denn wirklich rechtmäßiger Präsident“ sei. Bewahrheiten sich die Rechtfertigungen Hubers, dann scheint der AFVD mit seinem Standpunkt vielleicht gar nicht so verkehrt.

Die Frage allerdings ist, warum der AFVD diese Transparenz nicht vom ersten Tag an geleistet hat. Der Verband hätte sich viele Spekulationen ersparen können. In der Öffentlichkeitsarbeit hat der AFVD weiterhin Nachholbedarf und sollte langsam erkennen, dass der American Football in Deutschland nicht in den 80er Jahren hängengeblieben ist. Zudem fordert TOUCHDOWN24, dass das Kalenderjahr trotz all dieser Unwägbarkeiten nicht ohne Beteiligung der Nationalmannschaft vergehen darf. Italien, das sich sportlich ursprünglich für die Europameisterschaft in Deutschland qualifiziert,sich wie der AFVD nicht der IFAF in New York angeschlossen hatte und ebenfalls keine Einladung für das Turnier in Finnland erhalten hat, wäre der passende Gegner für einen Länderkampf oder einen Doppelländerspieltag.

Keine Europameisterschaft, aber immerhin ein Zeichen, dass der AFVD bei allen Machtkämpfen seine Athleten, insbesondere seine Nationalmannschaft, nicht vergessen hat.



In der am 29.03.2018 erscheinenden TOUCHDOWN24 Printausgabe findet Ihr EINE CHRONOLOGIE DER EREIGNISSE zum Thema EM 2018 und einen Kommentar zum American Football in Deutschland der vielleicht zu einer weiteren, öffentlich geführten Diskussion anregt.

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