Justin Fields vs. Clemson Justin Fields vs. Clemson Imago Images / ZUMA Wire / Charles Baus

Alte Bekannte treffen in den College Playoffs aufeinander

geschrieben/veröffentlicht von/durch  31.12.2020
Im Vordergrund der siebten Auflage der College Football Playoffs steht die Frage, ob zum dritten Mal in der jungen Geschichte die Clemson Tigers und die Alabama Crimson Tide im Endspiel aufeinandertreffen. Zuvor spielen am Neujahrstag ab 22 Uhr die Notre Dame Fighting Irish gegen Alabama, ehe es die Ohio State Buckeyes in der Nacht ab 2 Uhr mit Clemson zu tun bekommen. Beide Partien werden im frei empfangbaren TV in Deutschland übertragen. 

Nach der Vorstellung im ACC Championship Game können sich nur wenige Berichterstatter vorstellen, dass Notre Dame die enorm große Lücke zu Alabama im Leistungsvermögen in so kurzer Zeit schließt. Im “Rose Bowl”, der aufgrund der CORONA-Pandemie von Kalifornien ins AT&T Stadium nach Arlington, Texas umziehen musste, gehen die Fighting Irish im achten Duell mit der Crimson Tide als krasser Außenseiter ins Playoff Halbfinale. Der Showdown in der Nacht zwischen den Quarterbacks Trevor Lawrence und Justin Fields verspricht da schon mehr Spannung.

#4 Notre Dame Fighting Irish vs. #1 Alabama Crimson Tide (22 Uhr) 

Die Fakten sind niederschmetternd und bereiten Fans der Irish und neutralen Zuschauern wenig Hoffnung auf ein enges Spiel. Alabama hat in dieser Saison noch kein einziges Spiel verloren und erzielt im Durchschnitt bei jedem elften Snap einen Touchdown. Notre Dame schaffte bei der jüngsten Niederlage gegen Clemson gerade einmal zehn Punkte. Der Angriff der Crimson Tide enthält mit Quarterback Mac Jones und Wide Receiver DeVonta Smith gleich zwei Heisman Trophy Finalisten. Runningback Najee Harris schaffte es im Voting gar noch in die Top Fünf zum wertvollsten Spieler der College Saison. Die “Roten” aus dem Süden brachten in den letzten drei Spielen immer mindestens 50 Punkte aufs Scoreboard. Zuletzt gegen den SEC East Champion Florida Gators und gegen den letztjährigen National Champion LSU Tigers.

Den einzigen Hoffnungsschimmer bietet die Tatsache, dass Alabamas Defense Floridas Quarterback Kyle Trask nicht stoppen konnte und der bis zuletzt das Spiel offen hielt. Auch im historischen Vergleich führt Notre Dame mit 5-2. Der letzte Triumph liegt allerdings schon 33 Jahre zurück.

Notre Dame wird versuchen, den Ansturm der Crimson Tide zu bremsen. Mit ihrer hochkarätigen Secondary müssen sie Quarterback Mac Jones und seine starken Receiver um DeVonta Smith stoppen, wollen sie im Spiel bleiben. Einziges Fragezeichen für Alabama wird in ihren Angriffsversuchen sein, wie gut sie den Ausfall von Center Landon Dickerson kompensieren. Der Offensive Lineman zählt zu den besten seiner Zunft. Sein Transfer von der Florida State im Frühjahr erfolgte nicht grundlos. Alabama ist ohne Dickerson nicht sonderlich gut besetzt auf der Position. Falls Mac Jones also nicht die gewohnte Protection im Zentrum erhält und sein Verlust auch Einbußen im Laufspiel Alabamas nach sich zieht, könnte das Spiel eine überraschende Wendung nehmen.

Vor allem das Matchup zwischen Runningback Najee Harris und Notre Dames Linebacker Jeremiah Owosu-Koramoah gibt dann den Ausschlag. Alabama benötigt vielleicht zum ersten Mal in der Saison die Playmaker Fähigkeiten seines Mannes im Backfield. Auch ohne Unterstützung kann der für viele Yards und Punkte sorgen. Doch hatte er es in der gesamten Saison nie mit einer so starken Defense zu tun.

Letztendlich ist das Team von Erfolgscoach Nick Saban kritische Situationen gewohnt. Bisher umfuhr Alabama stets sicher die gefährlichen Klippen im Weg zum National Championship Game. Auch diesmal hilft ihnen die tiefgreifende Erfahrung aus vergangenen schweren Spielen, sollte es für die Offense schwer werden. Denn Quarterback Ian Book muss auch erstmal den Hebel gegen die Abwehr der Crimson Tide ansetzen. Und was Notre Dames Spielmacher bereits gegen Clemson nicht gelungen ist, wird ihm gegen Alabama nicht weniger schwer fallen.

Tipp: 42-23 gewinnt Alabama

#3 Ohio State Buckeyes vs. #2 Clemson Tigers (2 Uhr)

Trevor Lawrence ist wieder da! Nachdem der Star-Quarterback fünf Wochen aufgrund einer COVID-19 Infektion und einiger Spielausfälle pausieren musste, meldete sich Lawrence zum Saisonende in bestechender Form zurück. Bereits im letzten Jahr trafen die beiden Powerhouses in den Playoffs aufeinander. Alle Fans können sich nur wünschen, dass sie einen ähnlichen Schlagabtausch erleben, wie im Vorjahr. Seinerzeit konnten sich die Clemson Tigers auf ihre besten Spieler verlassen. Trevor warf gegen die Buckeyes für 259 Yards und zwei Touchdowns und erlief weitere 107 Yards, inklusive Touchdown. In Kombination mit Runningback Travis Etienne, der als Receiver und als Runner erfolgreich punktete, führten sie ihre Tigers zum 29-23 Erfolg über die Ohio State.

Die wichtigste Frage stellt sich bis kurz vorm Spiel. Werden die Buckeyes annähernd in Bestbesetzung auftreten? Vor allem der Ausfall von Wide Receiver Chris Olave war im Big Ten Championship Game durchaus spürbar. Insgesamt fehlten OSU in der Begegnung mit Northwestern 22 Spieler. Doch Justin Fields vermisste vor allem seinen Go-To-Guy, der in fünf Spielen 36 seiner Pässe für 528 Yards und fünf Touchdowns fing.

Der Buckeyes Quarterback muss eine entsprechende Antwort nach seiner durchwachsenen Leistung gegen Northwestern finden. Wohl und weh hängt nicht nur für sein Team von seiner Leistung ab. Sein Wert für den kommenden Draft hat einen erheblichen Einbruch erlitten, nach der letzten Vorstellung mit zwei Interceptions und lediglich 114 Passing Yards. Ähnliches ist ihm in engen Spielen nun wiederholt unterlaufen. Gegen Indiana warf er gleich drei Interceptions und im Vorjahr brachten erst seine zwei Turnover nach einer starken ersten Halbzeit die Clemson Tigers zurück ins Spiel. Möglicherweise erhält er die letzte Chance, Scouts zu beweisen, dass er auch bessere Defenses brilliant bespielen kann.

Clemson stellt mit 13 Interceptions eine der zehn gefährlichsten Abwehrreihen aller College Teams auf FBS Level. Vor allem Cornerback Derion Kendrick möchte vor dem Draft sein Konto noch etwas aufbessern und wird Justin Fields vor dem Spiel genauestens studiert haben. 

Doch eine Glanzleistung von Fields allein wird nicht ausreichen. Über allem schwebt der großartige Quarterback Trevor Lawrence. Nur ein einziges Spiel von 35 Einsätzen hat Lawrence in seiner College Karriere verloren. Bereits in seinem ersten Jahr gewann er die National Championship. Was noch fehlt ist die Heisman Trophy. Für diese Auszeichnung wird der Spielmacher nochmal alles geben und nimmt dafür zum Ende seiner Zeit in South Carolina den zweiten Meistertitel ins Visier, ehe er seinen Weg in die NFL zu den Jacksonville Jaguars antritt. 

Tipp: 35-29 gewinnt Clemson


Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.

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